Salamanderland
![]()
![]() |
![]() |
| Paarung |
Erstbeschreibung:
Gravenhorst,
J. L. C. (1829):
Delicae musei zoologici vratislaviensis.
1. Chelonios et Batrachia.
Leipzig: Sumptibus L. Vossii.:
84.
Diagnosis:
Der größte Vertreter der Gattungen Calotriton / Euproctus mit mehr als 14
cm Gesamtlänge. Andererseits auch der schlankste. Die Färbung ist sehr variabel
und reicht von Grau-, Braun- bis Olivtönen auf dem Rücken mit ebenso
vielfarbigen Flecken. Über die Medianlinie zieht stets ein heller Streifen. Der Bauch
ist weißlich mit dunkelgrauen Flecken in unterschiedlicher Größe. Die Haut ist
verhältnismäßig glatt und weist nur schwach ausgebildete Warzen auf. Eine
Kinnfalte ist ausgebildet. Das Männchen besitzt eine kleine spornähnliche
Verbreiterung am Unterschenkel. Seine Kloake ist hakenförmig. Die des Weibchens
kegelförmig.
Differentialdiagnosis:
Zu Calotriton arnoldi:
Dieser weist eine uniform schokoladenbraune Grundfärbung auf.
Zu
Calotriton asper: Dieser ist erheblich voluminöser mit einem
größeren Kopf. Die
Haut ist deutlich warzig. Besitzt eine halbkugelförmige Kloake..
Zu Euproctus montanus: Dieser besitzt einen Unterschenkelsporn
aber keine Kinnfalte.
Status der Unterarten:
Es sind zur Zeit von
E. platycephalus keine Unterarten beschrieben.
(mehr Systematik)
Vorkommen:
Terra typica: Sardinien. (Endemit)
Wie es scheint, ist die Art in den letzten Jahrzehnten aus ihren ursprünglichen
Habitaten, die verhältnismäßig große Areale vor allem im Osten der Insel
umfassten, weitgehend verdrängt worden und kommt nachgewiesenermaßen nur noch an
3 Stellen vor.
Habitat/Ökologie:
Die Art ist an einzelne
Fliessgewässer Sardiniens gebunden. Dort bewohnt sie unterschiedlich gestaltete
Gewässer in unterschiedlichen Höhenlagen. Der Verbreitungsschwerpunkt findet
sich auf etwa 400 m. Die Habitate für den Landaufenthalt im Winter und- je nach
Wasserführung- auch im Sommer sind stets in der Nähe der Gewässer häufig unter
Steinen. Die Tiere kehren nach der Sommerruhe im Oktober in die Bäche zurück und
halten sich in der Regel bis Mai dort auf. In diese Zeit fällt die
Fortpflanzung. Wenn das Gewässer ständig Wasser führt, ist auch eine ganzjährig
aquatile Lebensweise möglich, die ebenfalls ganzjährige Paarungsmöglichkeiten
einschließt. Es soll Höhlen bewohnende
Populationen geben. Die Tiere ernähren sich von Wirbellosen ihrer Umgebung und
sind zum Teil auf Anflugnahrung angewiesen, die sie von der Oberfläche
schnappen.
Das maximal erreichbare Alter
im Freiland ist unbekannt, im Terrarium wurden 9 Jahre erreicht. Die Geschlechtsreife tritt
ab dem 3.
Lebensjahr ein. Interessant erscheint, dass sich auch Tiere, die keineswegs ihre
Endgröße erreicht haben, schon an der Fortpflanzung beteiligen können.
Fortpflanzung:
Die auffällige Paarung kann das
ganze Jahr über statt finden, ist aber besonders häufig im Herbst und im
Frühjahr zu beobachten.
Dabei erfasst das Männchen die Partnerin mit dem Maul und bringt die
Kloaken in Kontakt um den Spermatophor direkt zu übertragen. Der Schwanz wird
von dieser Art nicht zum Umfassen eingesetzt. (Siehe
Calotriton
asper)
Unabhängig vom Zeitpunkt der
Paarung, werden von Januar bis in den Juli Eier abgelegt. Das jeweilige Weibchen
laicht über einen Zeitraum von mehreren Monaten ab. Der Laich wird einzeln an Steine geklebt. Die Eier
sind, ihrer Anpassung an saubere Fließgewässer entsprechend, empfindlich gegen
Verschmutzung und Verpilzung.
Die Larven schlüpfen mit einer
Länge von etwa 13 mm. Die
ersten Beutetiere sind Kleincrustaceen. Die Larvalentwicklung kann 6 Monate bis
zu deutlich mehr als ein Jahr beanspruchen, abhängig von der
Gewässertemperatur.
Haltung:
Für die erfolgreiche Haltung
der Art sind verhältnismäßig niedrige Dauertemperaturen zwischen 15-18°C nötig.
Nur im Sommer, während des Landaufenthalts können zeitweise auch 22°C erreicht
werden. Da sich die Tiere entweder im Wasser oder in dessen unmittelbarer Nähe
aufhalten, ist das am besten geeignete Becken ein Aquaterrarium in dem die
Molche ihren
Aufenthaltsort selbst wählen können. Das Wasser muss sorgfältig gefiltert,
häufig erneuert und in Strömung gehalten werden. Die Tiere nehme alle gängigen
Futterorganismen an. Allerdings in relativ geringer Menge.
Fortpflanzung im Terrarium:
Nach den häufig zu beobachtenden Paarungen beginnen die Weibchen am Beginn des
Jahres mit der Eiablage, die sich über mehrere Monate zieht. Der Laich wird
einzeln auf Steine abgelegt. Nach einer
1-monatigen Embryonalentwicklung schlüpfen die Larven. Nach einer sehr variablen
Enwiclungszeit kommt es zur Metamorphose.
Die Jungtiere zeigen eine ins Grün schillernde Färbung mit einem orangeroten bis
roten Rückenstrich. Dies verleiht ihnen Ähnlichkeit mit Jungtieren von
Triturus
marmoratus. Der Kenntnisstand über die Art ist insgesamt
auffallend gering. Unsere Tiere verdanken wir den unermüdlichen Bemühungen von
Francois Maillet um diese extrem
selten gewordene Art. Er vermehrt die Tiere seit Jahren gezielt und unsere
Exemplare entstammen der F4-Generation.
Molchregister:
Die Gattungen
Calotriton und
Euproctus werden vom Molchregister der AG-Urodela der DGHT monitorisiert. Durch ihren
strengen Schutzstatus in Europa sollen auf diese Weise legale
Terrarienpopulationen erhalten werden, da die Beschaffung von Tieren aus den
Habitat nahezu unmöglich geworden ist. Pate der Artengruppe ist Francois Maillet
(Frankreich).
| Start |
|
all content copyright © Salamanderland |
|
zurück zur Artenliste |