Salamanderland
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| Lurestan | Habitat | im Habitat |
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| Adulti | Jungtier | Entwicklung |
Erstbeschreibung:
Nesterov, P. V. (1916): Ann.
Mus. Zool. Acad. Sci. Petrograd, 21: 2, 5.
Diagnosis:
Ein
recht großer, aber schlanker Molch mit einer Gesamtlänge von 18 cm. Der Schwanz nimmt etwa die Hälfte der Gesamtlänge ein. Die
Haut am Rücken und den Seiten ist verhältnismäßig glatt und nur mit kleinen Warzen besetzt.
Der schwarze Rücken trägt eine Vielzahl mittelgroßer hellgelber Flecken. Der
Bauch und die Unterseite der Extremitäten ist leuchten rotorange gefärbt.
Charakteristisch für die Art ist die Jungtierfärbung: Diese tragen auf den
Kopfseiten und den Ansatzstellen der Extremitäten rotorange Marken.
Die Unterscheidung der Geschlechter außerhalb der Paarungszeit ist schwierig. In
der Wasserphase hingegen zeigt das Männchen eine stark halbkugelig vorgewölbte
Kloake, während das Weibchen die seine zu einer kurzen Legeröhre
ausbildet. Laichtragende Weibchen sind darüber hinaus recht füllig.
Differentialdiagnosis:
Zu N. kaiseri: Dieser weist eine weiss-schwarze Grundfärbung mit
orangeroter Rückenlinie auf.
Zu N. crocatus: Dessen gelbe Fleckung vergrößert sich im Alter, sodass
letztlich der Eindruck einer gelben Grundfärbung mit schwarzem Netzmuster
entstehen kann. Hat kleine und große Flecken. Sein Bauch ist gelb bis orangerot.
Zu
N. strauchii strauchii: Dieser ähnelt ihm
in der Körperzeichnung weitgehend. Der Bauch zeigt eine orangerote Mittellinie.
Er und die Gliedmassenunterseiten sind allerdings
grauschwarz.
Zu
N.
strauchii barani: Dieser zeigt eine Bauchfärbung, die helle Flanken und eine
deutlich breitere Längsbinde auszeichnet. Die gelben Flecken nehmen mit
zunehmendem Alter nicht zu.
Verbreitung:
Terra
typica: Montibus Auromana (=Avroman Dagh)
Die Art ist aus einer Vielzahl von Bächen entlang der Straße von Quri-Qaleh
Richtung Paveh bekannt. Sie lebt in diesem Gebiet auf dem Hauptkamm des
Zagros-Gebirges, welches die Grenze zum Irak darstellt. N. microspilotus
kommt folglich auch auf irakischer Seite vor. Dort sind die Habitate
allerdings unerforscht. Auch auf iranischem Gebiet wurde bisher kaum an der Art
gearbeitet und die vorhandenen Daten bestehen aus wenigen Momentaufnahmen.
Auffällig ist seine enge Nähe zu menschlichen Siedlungen. Zum Hochwasserschutz
werden lange Steindämme entlang der Bäche errichtet an dessen Verlauf die Dörfer
liegen. Diese Dämme sind offenbar ein günstiger Zweitlebensraum, wo die Tiere in
hoher Zahl ihr Fortkommen finden. Bislang sind keine Funde in nicht anthropogen
überformten Gebieten bekannt, was aber zweifellos eine Auswirkung der geringen
Forschungstätigkeit ist. Der
gegenwärtige Wissensstand über die Art ist überaus gering. Aussagen über das
Verbreitungsgebiet und Populationsgrößen oder Gefährdungsgrad von N. kaiseri
sind deshalb vorläufig reine Spekulation. Bislang wurden auch keine Tiere in
den Zoohandel gebracht.
Habitat/Ökologie:
Für iranische Verhältnisse ist das Vorkommensgebiet von N. microspilotus
außergewöhnlich kühl und feucht. Bei Wetterstürzen kann es noch im Mai schneien.
Die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht können extrem sein. Auf Grund der
weit südlichen Lage des Gebiets ist die Sonneneinstrahlung hoch. Bei unserem
Besuch in Quri-Qualeh lagen die Temperaturen zwischen 1°C und 19°C, Sonnenschein
und Schneeregen wechselten einander Anfang April ab. Die Wassertemperaturen
lagen zwischen 10°C und 12°C. Zu diesem Zeitpunkt waren noch kaum Weibchen
angewandert, allerdings bereits eine Vielzahl von Männchen im Wasser. Über die
Lebensweise, Nahrung, Sommer- und Winterquartiere ist nichts bekannt.
Nahrung:
Es gibt
keinerlei Befunde über die Nahrung von N. microspilotus in seiner
natürlichen Umgebung. Im Terrarium erweisen sich die Tiere als zögerliche und
anspruchsvolle Fresser.
Haltung
im Terrarium:
Auf Grund der großen Informationslücken ist es schwierig,
ein geeignetes Terrarium einzurichten. Bislang einigermaßen bewährt haben sich Becken, die über einem Wasserstand von
ca. 20 Zentimetern mehr oder
weniger hohe Stein- und Lochziegelaufbauten aufweisen. Organisches Material, wie
Rinden oder auch lebende Pflanzen sind weitgehend fehl am Platz. Das Wasser sollte über Filter sehr gut gereinigt werden, da die Tiere an
keimarme Gebirgsbäche angepasst sind. Eine Kühlung im Frühling auf Werte um 12°C
ist angebracht. Sobald Temperaturen von mehr als 16°C erreicht werden, drängen
die Tiere an Land. Sie verbringen der Großteil des Jahres in Steinaufbauten
versteckt und sind im Sommer gegen höhere Temperaturen (22-24°C) nicht
empfindlich. Eine Winterruhe von Ende Oktober bis Ende März entspricht den
natürlichen Verhältnissen.
Fortpflanzung im Terrarium:
So
problematisch die ausreichende Ernährung der Art auch ist, ist sie doch
Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermehrung. Sehr auffällig ist das Verhalten
der Männchen in der Paarungszeit: Sie verlieren fast vollständig ihre Scheu und
besetzen möglichst hohe und frei stehende Felsen im Wasser von wo aus sie
ständig die Umgebung beobachten und jedes sich nährende größere Objekt (auch den
Pfleger!) sofort anwedeln. Sobald sich ein Weibchen zeigt, verlässt das Männchen
seinen "Hochsitz", läuft ihm entgegen und balzt eifrig indem es wedelt, dem
Weibchen voranläuft und eine große Zahl Spermatophoren absetzt. Wenige Tage nach
der Befruchtung beginnen die Weibchen mit ihrer kurzen, stupfen Legeröhre
einzelne Eier an Steinen abzusetzen. Sie bevorzugen dabei verborgene Stellen.
Zwar gelang im Salamanderland das Erzielen
einer F2-Generation. Die Jungtiere dieser Gruppe erwiesen sich allerdings als
derart empfindlich, dass ihre Aufzucht scheiterte.
Entwicklung im Terrarium:
Die Larven
schlüpfen mit einer Länge von 13-14 mm. Sie hängen zunächst mit ihren Haftfäden am
Substrat und leben vom deutlich sichtbaren Dottervorrat. Sechs bis sieben Tage
später beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme. Als Erstnahrung haben sich Cyclopsnauplien bzw. Nauplien von Artemia salina bewährt.
Diese Fütterung kann beibehalten werden, bis die Larven eine Länge von 15-20 mm
erreicht haben. Dann muss auf größere Nahrungsorganismen umgestellt werden (Daphnien,
Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Die Larven scheinen sich
gegenseitig nicht zu beschädigen. Für entsprechende Wasserqualität in den Aufzuchtbehältern ist durch ausreichende Filterung, Belüftung und Wasserwechsel
zu sorgen.
Nach 4-5 Monaten und einer Länge von 45-55 mm metamorphosieren die Tiere. In
dieser Phase drängen die Jungtiere an Land. Sie brauchen deshalb Strukturen im
Becken, die ein einfaches Aufsuchen des Trockenen ermöglichen, um Unfälle durch
Ertrinken zu verhindern.
Molchregister:
Die Art wurde im Molchregister der AG-Urodela der
DGHT monitorisiert. Allerdings dürften keine Tiere dieser Art mehr in Terrarien
vorhanden sein. Wiewohl immer wieder anders kolportiert, wurde die Art bisher
nie zu kommerziellen Zwecken importiert und ist daher bis auf weiteres nicht
mehr verfügbar.
Literatur:
Siehe
Bibliographie zu Neurergus crocatus im
Molchregister
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