Salamanderland
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| Männchen | Weibchen | in Landtracht |
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| Kubbe-Pass | Habitat | im Habitat |
Erstbeschreibung:
Öz, M. (1994): Turkish J. Zool. 18: 115.
Diagnosis:
Ein
schlanker, bis 19 cm großer Molch, dessen Schwanzlänge etwa der Hälfte der
Gesamtkörperlänge entspricht. Die Haut erscheint durch zahlreiche niedrige
Erhabenheiten etwas runzelig. Auf tiefschwarzer Grundfarbe erscheinen viele
kleine und kleinste rundliche schwefelgelbe Flecken. Diese Fleckung
vermehrt sich im Lauf des Lebens, ohne dass sich die einzelnen Flecken
vergrößern. Auf dem ungefleckten, schwarzen Bauch zieht eine seitlich
ausgezackte gelbe bis orangerote Längsbinde, die sich als schmaler Saum
auf der Schwanzunterseite fortsetzt. Die Kehle ist schwarz mit gelben Punkten.
Das Männchen zeichnet sich durch einige kleine blaue Flecken auf den
Schwanzseiten aus, die allerdings nur in der Fortpflanzungszeit gut erkennbar
sind.
Differentialdiagnosis:
Zu N. kaiseri: Dieser weist eine weiss-schwarze Grundfärbung mit
orangeroter Rückenlinie auf.
Zu N. crocatus: Dessen gelbe Fleckung vergrößert sich im Alter, sodass
letztlich der Eindruck einer gelben Grundfärbung mit schwarzem Netzmuster
entstehen kann. Hat kleine und große Flecken. Sein Bauch ist gelb bis orangerot.
Zu
N. microspilotus: Dieser ähnelt ihm in der Körperzeichnung weitgehend.
Die Gliedmassenunterseiten sind allerdings in Bauchfarbe (N. strauchii:
grauschwarz). Die Kehle ist orange mit schwarzen Punkten. Die Kloake des
Weibchens ist stumpfkegelig.
Zu N. strauchii strauchii: Dieser zeigt eine Bauchfärbung ohne helle Flanken und einer schmalen Längsbinde.
Verbreitung:
Terra
typica ist Kubbe-Pass (östlich Malatya)
Vom Kubbe-Pass nach Osten liegen die offenbar disjunkt verbreiteten Habitate.
Insgesamt stellen diese eine mehr oder weniger unterbrochene Kette zwischen den
beiden Subspecies N. str. strauchii und N.str. barani dar.
Entsprechend wandelt sich auch das Aussehen der Tiere von Westen nach Osten von
typischen N. str. barani zu typischen N. str. strauchii mit
diversen Intermediärformen. Hier stehen Untersuchungen aus.
Habitat/Ökologie:
N. strauchii ist ein Bewohner von Gebirgsbächen. Diese sind in der Regel
perennierend. In den höheren Lagen zumeist unbeschattet und in der Umgebung, bis
auf Gräser und vereinzeltes Buschwerk, vegetationslos. In tieferen Lage von
vereinzelten Weiden und Pappeln begleitet. Die Tiere halten sich nach Abklingen
der Schmelzwasser bedingten Hochwässer von Mai bis September im Gewässer auf,
verlassen dieses aber häufig während feuchterer Nächte. Im Bach besetzen sie vor
allem ufernahe Bereiche in Höhe des Wasserspiegels oder knapp darunter.
Nahrung:
Es gibt
kaum Hinweise über die Nahrung von N. strauchii in seiner natürlichen
Umgebung.
Es ist anzunehmen,
dass er auf die Wirbellosen seiner unmittelbaren Umgebung Jagd macht. Im
Terrarium fällt die oft zögerliche Futterannahme auf, die ein Hinweis auf
Spezialisierung sein könnte.
Haltung
im Terrarium:
Entsprechend seiner Herkunft aus hoch gelegenen Fließgewässern benötigt die Art
ein Höchstmass an Sauberkeit und Hygiene. Das Wasser muss permanent mindestens
Trinkwasserqualität aufweisen, verhältnismäßig kühl und vor allem Sauerstoff
reich und CO2 arm sein. Der Mineralstoffgehalt sollte hoch sein (10-15° dGH) und
der pH Wert knapp über 7,0 liegen. Pflanzliches Material oder andere organische
Substanzen, die verrotten können, sollten nicht verwendet werden. Für eine
Wasserströmung ist mittels großzügig dimensionierter Filterung zu sorgen. Ein
über die Wasseroberfläche reichender Steinaufbau stellt den Lebensraum dar. Der
Wasserstand sollte 10-15 cm betragen. Die Lufttemperatur kann im Sommer
zeitweilig bis 25°C betragen, wenn das Wasser kühl gehalten werden kann. An
Futter sollten sämtlich erreichbaren Quellen ausgeschöpft werden, da sich die
Tiere als sehr selektiv erweisen und das Angebot häufig gewechselt werden muss.
Fortpflanzung im Terrarium:
Nach der mehrmonatigen Winterruhe werden die Tiere im Frühjahr wieder in ihr
angestammtes Becken gesetzt. Die Balzstimmung erkennt man nun am ausgeprägten
Geschlechtsdimorphismus: Die Männchen zeigen eine stark geschwollene,
halbkugelförmig vorgewölbte Kloake und silberblaue Flecken auf den
Schwanzseiten. Die Weibchen wirken aufgetrieben und zeigen ein etwas kegelig
vorgestülpte Kloake. Die Eier werden einige Tage nach der Paarung häufig
kopfüber auf Steinen abgelegt und haften dort sehr fest.
Der Laich sollte regelmäßig mit den Steinen in ein eigenes Becken überführt
werden. Zum einen erweisen sich mache Tiere als Laichräuber, zum anderen
brauchen die Eier besonders hygienische Verhältnisse und eine optimale
Sauerstoffversorgung. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach etwa 2
Wochen. Sie sind sehr scheu und flüchten sofort zwischen Steine. Ihre Kontrolle
ist daher recht schwierig. Vorsichtig sollte man in Abständen die Steine, die
dem Boden aufliegen, einzeln entnehmen, den Mulm absaugen und anschließen wieder
einbringen, worauf zu achten ist, dass dabei keine Larven zerquetscht werden,
weil diese sofort versuchen, wieder unter die Steine zu schlüpfen.
Die Larven erweisen sich weniger wählerisch, was das Futter betrifft, als die
Adulten und können mit den gängigen Organismen gut ernährt werden. Ihre
Entwicklung ist sehr unterschiedlich. Während Einzeltiere bereits nach 4 Monaten metamorphosieren, bleiben andere im Wachstum zurück und können im Larvenstadium
überwintern. Wieder andere wachsen zügig, metamorphosieren aber nicht, sondern
wachsen über den Winter zu Riesenlarven mit 8 cm Länge heran.
Die Art wird im Molchregister der AG-Urodela der DGHT monitorisiert. Ziel ist eine Erhaltung der Terrarienpopulationen, um von problematischen Importen unabhängig zu sein. Patin der Art ist Tina Ernst.
Literatur:
Siehe
Bibliographie zu
Neurergus
crocatus.
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