Salamanderland
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| Jungtier |
Erstbeschreibung:
Boulenger, G. A.(1886):
Proc. Zool. Soc. London, 1886: 416.
Diagnosis:
Ein überaus schlanker Molch mit außergewöhnlich langem Schwanz, der bis zu 2/3
der Gesamtlänge einnimmt. Im
Rückenbereich weist er ein fleckiges Band hellbrauner Farbe auf. Gleich gefärbt
ist auch der Schwanz, die Kopfoberseite und die Oberlider der stark
hervorquellenden Augen. Die Flanken und der Bauch sind einfärbig hellgrau mit
einigen wenigen weißen Punkten. Die Extremitäten sind an der Oberseite ebenfalls
dicht hellbraun gefleckt und an der Unterseite grau bis farblos. Die Haut ist
glatt und hochglänzend. Die sehr großen Augen sind lackschwarz. Im männlichen
Geschlecht treten in Paarungsstimmung an den Hinterbeinen mächtige
Metatarsallappen auf.
Differentialdignosis:
Im Lebensraum von Fischers Krallenfingermolch existiert kein weiteres ihm ähnelndes
Tier. Auf den japanischen Inseln Honshu und Shikoku lebt O. japonicus der
sich durch eine fast schwarze Grundfärbung und eine anders geartete gelbe
Rückenfleckung auszeichnet.
Unterarten:
Es wurden keine
Unterarten beschrieben.
Verbreitung:
Terra typica: Die in der
Literatur angegebene T.t. bezieht sich eindeutig auf Salamandrella
keyserlingii (Dybowsky, 1870).
Somit ist für O. fischeri zur Zeit keine T.t. verfügbar.
In der russischen Primorskyi Region. Im Nordöstlichsten Gebiet Chinas. Und in
Südkorea bis Wonsan.
Habitat /
Ökologie:
Die Art weist eine extrem enge ökologische Einnischung in ihrem Habitat auf. So
kommen die Männchen ausschließlich an Stellen vor, wo Grundwasser in der Nähe
eines Baches aus dem Boden in größeren Mengen austritt, das im Jahresverlauf
nicht wärmer als 9°C wird. Darüber hinaus benötigen die Tiere eine
Schotterschicht, die wenigstens 90 cm tief sein muss und so strukturiert ist,
dass die Tiere sich durch die Spalten bewegen können. Die Männchen halten sich
nur kurzzeitig außerhalb dieses Refugiums auf, um sich zu paaren. Die Weibchen
sind weniger eng an bestimmt Strukturen gebunden und schwimmen vor allem nachts
auch in den Bächen des Lebensraums.
Nahrung:
Die Tiere ernähren sich von den Wirbellosen, die im engen Umfeld vorkommen.
Haltung
im Terrarium:
Entsprechend ihrer besonderen Lebensweise gestaltet sich die Einrichtung eines Terrariums
sehr aufwändig. Die Tiere, die wir einige Jahre pflegen konnten, waren Eigentum
von Dr. B. Thiesmeyer, der sie zur
Verfügung gestellt hatte. Bedauerlicher Weise starb das einzige Männchen am
Transport, sodass nur eine Gruppe von einem Weibchen und drei Jungtieren
eintraf. Nach dreijähriger Pflege entwickelte eines der Jungtiere Ansätze der
Metatarsallappen, war also ein Männchen.
Die Tiere wurden in einem Becken gepflegt, das der Konzeption bei
M.
caucasica entsprach. Der gekühlte Wasserteil (8-12 cm Wasserstand) wurde
zu 2/3 von einer Glasplatte abgedeckt, die den Landteil bildete. Auf diesem
wurden Schaumstoffstreifen geschichtet, die zu unterst noch im Wasser lagen und
nach oben hin immer trockener wurden. Faustgroße Kieselsteine in einem größeren
Haufen aufgeschichtet sollten dem Männchen als Aufenthaltsort dienen. Das Becken
war mit Glas abgedeckt. Das Wasser des Wasserteils wurde permanent gefiltert und
rieselte über die gesamte Rückwand verteilt zurück. Die Rückwand stellte
gleichzeitig die Wärmetauscherfläche zum Primärkühlraum dar. Der Primärkühlraum
war mit Kühlflüssigkeit gefüllt und wurde mittels eines Kompressoraggregats gekühlt. Die
Temperaturdifferenz Primärkühlraum zu Terrarieninnenraum lag zwischen 2° und
4°C. Im Becken selbst herrschte eine Wassertemperatur von 9°- 10°C und
Lufttemperaturen von 12°- 14°C. Die Winterruhe erfolgte im gleichen Becken bei
4°C. Die Tiere hatten einen hohen Bedarf an Luftfeuchtigkeit, der nahe am
Sättigungsgrad sein musste. Dieser Umstand wurde ihnen letztlich auch zum
Verhängnis: Nach mehreren Jahren der Pflege fiel die Pumpe zur Rückwandbenetzung
aus, die Luftfeuchtigkeit sank drastisch. Obwohl die Tiere nur wenige Zentimeter
zum Wasser zurückzulegen gehabt hätten, blieben sie alle auf ihren seit Jahren
fix gewählten Plätzen sitzen und vertrockneten dort! Da sie im Lauf der Zeit
ihre Scheu fast völlig verloren hatten und das Becken kaum beleuchtet war, saßen
sie in der Regel völlig frei.
Zwar bedauerlich, doch höchst interessant ist die Tatsache, dass die Tiere
keinerlei Verhalten zeigten, um sich vor der sinkenden Luftfeuchtigkeit in
Sicherheit zu bringen. Möglicherweise lässt dies Schlüsse darauf zu, dass sie in
ihrem Habitat in derart stabilen Feuchteverhältnissen leben, dass sie keiner
regulierenden Triebhandlungen bedürfen.
Die Ernährung war nicht problematisch. Die Tiere nahmen das gebotene Futter
willig an. Insbesondere auf Wachsraupen waren sie erpicht.
Fortpflanzung:
Wie von anderen Hynobiiden bekannt, legt auch O. fischeri seine Eier in
Säcken ab. Offenbar spielen die Metatarsallappen des Männchens bei der Paarung
und/ oder bei der Befruchtung des Eisacks eine Rolle. Ansonsten ist wenig über
die Vermehrung der Tiere bekannt.
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