Salamanderland 

Paramesotriton hongkongensis (Myers & Leviton, 1962)

Hongkong Warzenmolch
Hong Kong Warty Newt

Männchen

Weibchen

Entwicklung

Erstbeschreibung:
Myers,  G. S. & A. E. Leviton (1962): Occas. Pap. Div. Syst. Biol. Stanford Univ., Stanford, 10:1.

Diagnosis:
Der kleinste und zarteste Vertreter der Gattung. Selten mehr als 14 cm messend. Die Grundfarbe von Kopf und Rumpf ist mittelbraun. Zahlreiche hellbraune und orangerote Marken an den Drüsenleisten. Der Bauch ist dunkelbraun und weist zahlreiche große orangefarbene Flecken auf, die die Grundfärbung bis auf eine Netzzeichnung zurückdrängen. Die untere Schwanzscheide ist ebenfalls orange gefärbt. Der Kehlbereich hat eine ähnliche Färbung wie der Bauch. Die orange Fleckung reicht in jedem Fall bis an die Vorderkante des Unterkiefers, dieser ist stets hell. Die Unterseiten der Extremitäten weist eine der Bauchfärbung ähnliche Zeichnung auf. Horizontal durch das Auge verläuft in der Regel eine breite schwarze Querbinde. Teilweise reicht ein gelber Farbanteil auch bis auf die Oberseite der Extremitäten und lässt diese heller als den Rücken erscheinen. Die Iris ist meist goldfarben. Die Rücken- und Lateralleisten sind deutlich ausgebildet, ebenso die Parotiden. Die Hautstruktur ist warzig. Das Männchen weist in der Paarungstracht einen silberweißen Streifen an den Schwanzseiten auf. Es ist insgesamt deutlich schlanker und kleiner als das Weibchen.

Differentialdiagnosis:
zu P. chinensis: Dieser in der Grundfärbung eher ins Graue tendierend. Die Haut ist extrem grob warzig, die Rücken- und Lateralleisten sind relativ schwach ausgeprägt. Die horizontale Augenbinde ist wenig deutlich ausgebildet, die Iris wirkt meist hellbraun.
zu P. fuzhongensis: Dieser in der Grundfärbung dunkelbraun. Die Haut ist nur mäßig warzig, die Rücken- und Lateralleisten sind deutlich ausgeprägt. Die horizontale Augenbinde ist schmal, die Iris goldfarbig.
zu P. laoensis: Dieser ist durch seine deutliche gelbe Rückenzeichnung leicht zu identifizieren.
zu P. spec.: Diese, wahrscheinlich noch unbeschriebene Art, zeichnet sich vor allem durch ihre rostrote Zeichnung am gesamten Körper aus. Ihr Bauch weist eine rostrote flächige Färbung mit braunen Flecken auf.

Status der Unterarten:
Es sind von P. hongkongensis keine Unterarten beschrieben

Verbreitung:
Terra typica: Bergbach auf dem Shan Teng-Berg, Insel Hong Kong.
Insel Hong Kong und Kowloon auf dem Festland..

Habitat/Ökologie:
P. hongkongensis ist ein Fließwasserbewohner der Berge der Küstenregion in Höhen von 300 bis 450 m. Die Habitatbäche sind tropisch warm (17-26°C) und haben meist nur geringe Strömung. Die Tiere entfernen sich wahrscheinlich nur wenig vom Wohngewässer und leben vorwiegend aquatil. Immer wieder werden im Terrarium aggressive Handlungen zwischen Einzelexemplaren beobachtet, was auf eine territorialer Lebensweise hindeutet. Die Art wurde bisher ökologisch kaum untersucht.

Nahrung:
Die Art kann problemlos mit den gängigen Futterorganismen ernährt werden. Insbesondere Regenwürmer nehmen sie im Wasser gerne an. Über ihre natürliche Nahrung ist zur Zeit nichts bekannt.

Fortpflanzung:
Die Balz ähnelt der von Triturus. Sie ist allerdings wesentlich träger. Die Männchen setzen ebenfalls Spermatophoren ab, die ohne Körperkontakt übertragen werden. Häufig jedoch kommt es zu Paarungsbissen, bei denen das Männchen das Weibchen offenbar dadurch zu fixieren sucht, indem es im Bereich des Schwanzes zubeißt und fest hält. Das Weibchen erstarrt in dieser Phase meist und versucht tatsächlich nicht mehr, sich zu entfernen. In der Regel kommt es hierbei auch zu keinen ernsthaften Verletzungen. Problematisch kann dies allerdings in der Enge des Aquariums werden, da das Männchen immer wieder beim gleichen Weibchen zuschnappt und sie sich ihm nicht entziehen kann. 

Haltung im Terrarium:
Auf Grund der minimalen Kenntnisse über die natürlichen Umweltbedingungen, kann nur versucht werden, die Verhältnisse eines tropischen Bergbachs zu rekonstruieren. Die Tiere dürften kaum das Wasser verlassen. Deshalb erscheint ein Aquarium angebracht, dessen Strukturen teilweise über die Wasseroberfläche reichen. Sauberkeit und Sauerstoffreichtum ist wichtig. Das setzt entsprechende Filterung und mäßige Strömung voraus. Entsprechende Steinaufbauten als Klettermöglichkeit und Unterschlupf sind nötig.
Die Art kann territorial sein und dies führt zu Beschädigungskämpfen untereinander die bis zum Tod des Unterlegenen führen. Aggressive Tiere sind deshalb voneinander zu trennen. Bislang wurde bei uns nur der Paarungsbiss des Männchens in die Schwanzregion des Weibchens beobachtet. Derartige Bisse führen meist nicht zu Beschädigungen.
Unsere Tiere erhielten wir durch freundliche Vermittlung von Herrn A. A. Schmidt.

Fortpflanzung im Terrarium:
Im Herbst beginnen die Männchen bei sinkenden Temperaturen einen intensiv metallisch blauweißen Streifen an den Schwanzseiten auszubilden. Gleichzeitig vergrößert sich die Kloake und deren Lippen wölben sich stark hervor. Das Weibchen wird angewedelt und der Spermatophor zuweilen mit Paarungsbiss oder auch ohne Körperkontakt übergeben. Das Weibchen bleibt ansonsten unbehelligt. Zuweilen erst Wochen nach der Befruchtung kommt es zur Eiablage bei Temperaturen um 18°C. Die Eier werden einzeln auf Pflanzenblätter geklebt. Die Ablageperiode zieht sich über mehrere Wochen. Der erste Laich wird Mitte November abgesetzt. Ein Weibchen produziert bis zu 70 Eier.


Start all content copyright © Salamanderland zurück zur Artenliste