Salamanderland 

Laotriton (syn: Paramesotriton) laoensis (Stuart & Papenfuss, 2002)

Laos Warzenmolch
Laos Warty Newt

Männchen

Weibchen

Weibchen laichend

Semiadult Entwicklung Habitat
Jungtier

Erstbeschreibung:
Stuart B. L. & T. J. Papenfuss (2002): A new salamander of the genus Paramesotriton (Caudata: Salamandridae) from Laos. Journal of Herpetology 36(2): 145-148.

Diagnosis:
Ein sehr großer Molch mit einer Gesamtlänge von bis zu 25 cm, wobei etwa die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Der Schwanz der Weibchen ist im Verhältnis länger als der der Männchen. Der Körper erscheint insgesamt kräftig. Der Kopf ist extrem breit. Auf braunschwarzem Grund zeichnet sich das intensive Schwefelgelb der Rückenzeichnung ab. So auffällig die Färbung im Aquarium wirkt, so gut dient sie im Habitat als Tarnung von oben. Die gelbe Zeichnung ist individuell und kann als Erkennungsmerkmal von Einzelexemplaren heran gezogen werden. Der Bauch ist leuchtend orange und trägt ein schwarzbraunes Netzmuster. Die Rückenhaut weist zahlreiche warzige Erhebungen auf, die an den Seiten schwächer ausgebildet sind und am Bauch fehlen. Der Geschlechtsdimorphismus ist außerhalb der Paarungszeit nur schwach ausgeprägt. Bis auf den etwas längeren Schwanz zeigt das Weibchen auch eine etwas in die Länge gezogene Kloake, während die des Männchens flach halbkugelförmig ist. Während der Fortpflanzungszeit zeigt das Männchen hingegen deutlich intensivere Farben und ein silberblaues Band an den Schwanzseiten, das aus zahlreichen Flecken besteht. Im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung ist die Iris des Auges von L. laoensis vollkommen schwarz.

Differentialdiagnosis:
L. laoensis ist der einzige Warzenmolch, der eine ausgeprägt gelbe Rückenzeichnung trägt. Neuerdings gibt es Zweifel an der Gattungszugehörigkeit der Art. Tatsächlich scheint L. laoensis verwandtschaftlich etwas außerhalb der Gruppe zu stehen. 
Ursprünglich in die Gattung Paramesotriton eingefügt tauchten schon bald Zweifel an der Richtigkeit dieser Einteilung auf. L. laoensis unterscheidet sich tatsächlich in derart vielen Punkten, dass die Aufstellung einer eigenen Gattung Laotriton gerechtfertigt erscheint. (siehe: Dubois A. & J. Raffaeli (2009): A new ergotaxonomy of the family Salamandridae Goldfuss, 1820 (Amphibia, Urodela). Alytes 26 (1-4): 1-85.)

Status der Unterarten:
Es sind von L. laoensis keine Unterarten beschrieben.

Verbreitung:
Terra typica: Phoukhout District, Xiang Khouang Province, Laos.
Die Art lebt auch am Fuß der Phou Sang Kat Berge und in der Saysamboun Zone.

Habitat/Ökologie:
L. laoensis dürfte ein spezialisierter Fließwasserbewohner sein, der in schnell strömenden Bäche um 1500 m vorkommt. Diese sind relativ kühl (16-20°C) und stark beschattet. Die Gewässer weisen viele kleine Wasserfälle auf und sind vegetationslos. Die Tiere sind vor allem in den tiefen Kolken (mehr als 1,5 m) zu finden, wo sie dank ihrer kräftigen Krallen in der starken Strömung auf den Felsen herumklettern. Die Tiere scheinen nicht territorial zu sein. Es wurden bisher keine innerartlichen Aggressivitäten beobachtet.
Auffällig war an den Wildfangtieren das Vorkommen von großen Milben, die hauptsächlich an den Hinterbeinansätzen saßen. Diese verursachten allerdings keine Schäden und verschwanden im Terrarium allmählich, da der Zwischenwirt für ihre Vermehrung fehlt.

Nahrung:
Über die natürliche Nahrung der Art ist zur Zeit nichts bekannt. Im Aquarium nehme sie problemlos die üblichen Futterorganismen. Dabei tendieren sie zu eher kleineren Brocken.

Fortpflanzung:
Es gibt keine Beobachtungen der Fortpflanzung im Habitat.
Auffällig ist, dass am natürlichen Standort nur Adulti und Halbwüchsige im Bach angetroffen werden. Das lässt den Schluss zu, dass die Metamorphlinge zunächst einen Landaufenthalt haben, während dessen sie auf 10-12 cm heran wachsen.

Haltung im Terrarium:
Auf Grund der minimalen Kenntnisse über die natürlichen Umweltbedingungen, kann nur versucht werden, die Verhältnisse eines rasch fließenden Tropenbachs zu rekonstruieren. Die Tiere dürften kaum das Wasser verlassen. Deshalb erscheint ein Aquarium angebracht, dessen Aufbauten teilweise über die Wasseroberfläche reichen. Sauberkeit und Sauerstoffreichtum ist wichtig. Das setzt entsprechende Filterung und Strömung voraus. Entsprechende Steinaufbauten als Klettermöglichkeit und Unterschlupf sind nötig. Interessant ist, dass die Tiere auch im Habitat offenbar tagaktiv sind. So können sie zeitweise durchaus tagsüber im Aquarium beobachtet werden und nehmen auch problemlos Futter an.
Unsere Tiere erhielten wir durch freundliche Vermittlung von Herrn Th. Schöttler.

Fortpflanzung im Terrarium:
Im Herbst beginnen die Männchen bei sinkenden Temperaturen einen intensiv metallisch blauweißen Streifen an den Schwanzseiten auszubilden. Gleichzeitig vergrößert sich die Kloake und deren Lippen wölben sich stark hervor. Das Weibchen wird heftig umworben, indem es ständig in die Seiten gestoßen und hochgestemmt wird. Schließlich wird es angewedelt und der Spermatophor ohne Körperkontakt übergeben. (Ein anderer Halter berichtet auch bei dieser Art von Fixierungsbissen des Männchens in den Schwanz des Weibchens, die aber zu keinen Beschädigungen führen). Auch nach erfolgter Befruchtung verfolgen die Männchen das Weibchen unermüdlich weiter, es kommt allerdings zu keinen Beißereien untereinander, wie bei Paramesotriton beschrieben. Auch das Weibchen bleibt ansonsten unbehelligt. Zuweilen erst Wochen nach der Befruchtung kommt es nachts zur ersten Eiablage bei Temperaturen um 15° bis 16°C. Möglicherweise behindern die ständig weiter treibenden Männchen dieses Geschäft. Es ist daher anzuraten, das Weibchen in dieser Phase eher alleine in einem Becken zu halten. Unmittelbar vor der Ablage bildet die weibliche Kloake eine kurze kegelförmige Legeröhre aus.
Überraschend ist, dass die Tiere, die aus vegetationslosen Gewässern stammen sollen, ihre Eier ausschließlich, zum Teil in Serien, auf Pflanzenblätter kleben. Im Aquarium wurde hierfür vorzugsweise der Wasserfarn Microsorium gewählt. Dies lässt den Schluss zu, dass die Eiablage im Habitat entweder auf Falllaub oder auf überhängende Vegetation erfolgt. Gegen diese Annahme spricht allerdings der Präferenz für eine bestimmte Blattstruktur. Möglicherweise wurde die entsprechende Vegetation in den natürlichen Bachläufen in den bisherigen Berichten auch einfach nicht erwähnt.
Die Ablageperiode zieht sich über mehrere Wochen.
Die schlüpfenden Larven zeigen eine erhebliche Anfälligkeit gegenüber Verschmutzungen jeglicher Art. Im Aufzuchtbecken ist deshalb für maximale Hygiene zu sorgen. Insbesondere abgestorbene Futtertiere werden rasch von Pilzrasen überzogen, die für die Larven in kurzer Zeit tödlich sind. Die Aufzucht gestaltet sich aus diesem Grund schwierig und es ist mit teilweise hohen Ausfällen zu rechnen.

Molchregister:
Laotriton laoensis und Paramesotriton deloustali wird vom Molchregister der AG-Urodela der DGHT monitorisiert. Pate der Artengruppe ist Gustavo Espallargas (Spanien).


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