Salamanderland 

Pleurodeles nebulosus (Guichenot, 1850)

Nordafrikanischer Rippenmolch
Algerian Ribbed Newt

Männchen in Landtracht

Weibchen in Wassertracht

Jungtiere

Erstbeschreibung:
Guichenot, A. (1850): Histoire naturelle des Reptiles et des Poissons. Exploration scientifique de l´Algérie pendant les annes 1840, 1841, 1842. Zoologie. Bibliothèque Francais, Paris, 144 pp.

Verbreitung:
Wie Carranza & Wade in ihrer Schrift 2005 zeigen konnten, gehören alle nordafrikanischen Rippenmolche mit Ausnahme der Popualtion auf der Halbinsel Endough der Art Pleurodeles nebulosus an. Seit Wolterstorff mit dem Namen P. poireti Gervais, 1835) belegt, stellte sich nun heraus, dass dieser Name allein den Tieren aus Endough zusteht, welche eine eigene Art bilden.
Die Tiere im Salamanderland stammen aus der Umgebung von Tabarka und wurden freundlicherweise von Hr. Th. Schöttler zur Verfügung gestellt.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich entlang der nordafrikanischen Mittelmeerküste in Algerien und Tunesien.
(mehr Systematik)

Habitat, Ökologie:
Die Tiere nützen unterschiedlichste Gewässer zur Fortpflanzung. Sie sind teilweise Kulturfolger und bewohnen häufig Zisternen, Brunner und Teiche in und bei menschlichen Siedlungen. In der offenen Landschaft sind derartige Wasseransammlungen eher selten anzutreffen. Anders als etwa der Spanische Rippenmolch Pleurodeles waltl hält sich allerdings P. nebulosus nie ganzjährig im Wasser auf, sondern sucht es nur während der winterlichen Regenfälle auf, um sich fortzupflanzen. Den Rest des Jahres verbringen die Tiere zumeist tief im Spaltenbereich des Bodens, wo die Temperaturen niedriger sind und sich Restfeuchte hält.
Das typische Paarungsspiel der Rippenmolche zeigt auch P. nebulosus: Das Männchen umklammert von unten die Vorderbeine des Weibchens und das Paar schwimmt so einige Zeit umher. Schließlich löst das Männchen ab einem Arm die Umklammerung, die Tierkörper bilden daraufhin einen ungefähren rechten Winkel zueinander. In dieser Stellung "tanzen" sie am Boden des Gewässers langsam im Kreis. Dabei setzt das Männchen mehrere Spermatophoren ab, die das Weibchen in ihre Kloake aufnimmt. 
Kurze Zeit später setzt das Weibchen Klumpen weise Laichportionen an allen möglichen Gegenständen ab.

Haltung:
Da das Leben dieser Art ausgesprochen biphasisch verläuft, empfiehlt es sich, jeweils eigene Becken für Land- und Wasseraufenthalt zu verwenden. Da die Tiere an Land einen äußerst geringen Aktionsradius haben, fast immer in ihren Verstecken verweilen und somit kaum aktiv auf Futtersuche gehen, sollte das Becken recht klein bemessen sein, um die nötige Futterdichte aufrecht erhalten zu können. Im Sommer können die Temperaturen zeitweise bis 30°C betragen, die Feuchtigkeit sollte verhältnismäßig niedrig sein.
Das Becken für den Wasseraufenthalt sollte möglichst groß, aber flach (25 cm Höhe) sein.
Ernährt können die Tiere mit sämtlichen gängigen Futtertieren werden. Sie sind willige Fresser.

Fortpflanzung:
Mitte Dezember suchen die Tiere im natürlichen Habitat die mit den Winterregen entstehenden Gewässer auf. Im Terrarium stellt sich bei der Umgewöhnung auf den Wasseraufenthalt oft heraus, dass die Molche Probleme haben, sich umzustellen. Sie streben dann vehement wieder aus dem Wasser. Es empfiehlt sich daher, zunächst nur ca. 1 cm Wasserstand zu bieten und nach dessen Akzeptanz, allmählich höher zu gehen. Eine Insel sollte aber in jedem Fall das Verlassen des Wassers zu jeder Zeit ermöglichen, da die Tiere ertrinken können.
Wenn der Laich abgesetzt ist, dauert es noch etwa 2 Wochen, bis die Larven schlüpfen. Sie nehmen verhältnismässig früh Nahrung an und sollten ab dem 4. Tag vorsichtig mit feinstem Tümpelfutter oder ersatzweise mit Artemia versorgt werden. Die weitere Aufzucht ist recht problemlos. Sobald die Larven beginnen, sich umzuwandeln, müssen ausreichend Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Wasser geboten werden, da nun ein etwa 2-3 jähriger Landaufenthalt folgt, während dessen die Jungmolche zur Geschlechtsreife heranwachsen.

Literatur:
Carranza, S. & E. Wade
(2004): Taxonomic Revision of Algero-Tunisian Pleurodeles (Caudata: Salamandridae) using molecular and morphological data. Revalidation of taxon Pleurodeles nebulosus (Guichenot, 1850). Zootoxa 488: 1-24.

Gervais
, P. (1835): Communication sur les Reptiles de Barbarie. Bulletin de la Société de Sciences Naturelles de France, Séance du 23.12.1835 : 112-114.

Guichenot, A
. (1850) : Histoire naturelle des Reptiles et des Poissons. Exploration scientifique del´Algérie pendant les annes 1840, 1841, 1842. Zoologie. Bibliothèque Français, Paris, 144 pp.

Wolterstorff, W
. (1905) : Zwergformen der Paläarktischen Urodelen. C. R. 6e Congrès International Zoologie Berne, 1904, 258-263.


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