Salamanderland
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Jungtier |
Erstbeschreibung:
Linnaeus,
C. v. (1758): Systema Naturae, Ed. X. Tomus I. 824pp.
Verbreitung:
Terra typica restricta: Nürnberg
(Mertens & Müller,
1928).
Weite Teile Mittel- West- und Südeuropas. In den Randbereichen seiner
Verbreitung ist er in vielerlei Unterarten aufgespalten (Iberische Halbinsel).
Die Populationen auf Corsica, Nordafrika und dem Mittleren Osten werden anderen
Arten zugerechnet. Er fehlt auf den Britischen Inseln und in Skandinavien.
Diagnosis
Ein großer (ca. 18 cm) Land lebender Salamander. Die lackschwarze Grundfarbe
zeigt eine Vielzahl unterschiedlich großer, dottergelber Punkte und Flecken.
Differentialdiagnosis:
Als Art in Europa durch die charakteristische Färbung kaum mit anderen
Salamander zu verwechseln. Aber isolierte Unterarten von S. atra, wie:
S. atra. aurorae und
S. atra. pasubiensis zeigen ebenfalls eine gelbe
Zeichnung auf schwarzem Grund. Diese ist jedoch zumeist nicht so großflächig und
eher fahlgelb. Auf Korsika lebt ein Feuersalamander, der als eigene Art
betrachtet wird: Salamandra corsica. In Nordafrika (Algerien, Marokko)
hingegen gehören die dortigen Feuersalamander der Art
Salamandra algira an. Ostanatolische und Tiere des mittleren
Ostens werden zur Art
Salamandra infraiimmaculata gezählt.
Wesentlich schwieriger ist die Unterscheidung der einzelnen Unterarten, die
oftmals an Einzelindividuen kaum gelingt. Die hier beschriebene Unterart S. s.
salamandra unterscheidet sich von der nächstverwandten
S. s. terrestris
vor allem dadurch, dass diese die Tendenz zu einer gelben Fleckenzeichnung,
jene aber eine solche zur Streifenzeichnung
am Rücken hat.
Status der Unterarten:
Kein europäischer Schwanzlurch weist eine derart mannigfaltige Unterartstruktur
wie S. salamandra auf.
Zur Zeit sind folgende Unterarten weitgehend anerkannt:
| Terrae typicae: | ||
| S. s. almanzoris | Müller & Hellmich, 1935 | Laguna Grande de Gredos, 2027m, Sierra de Gredos, Spanien |
| S. s. alfredschmidti | Köhler & Steinfartz, 2006 | Tendi- und Marea-Tal, Asturien, Spanien |
| S. s. bejare | Wolterstorff, 1934 | Lagunilla bei Bejar, Salamana, Sapanien |
| S. s. bernardezi | Wolterstorff, 1928 | Oviedo, Asturien, Spanien |
| S. s. crespoi | Malkmus, 1983 | Serra de Monchique, Nordhang der Picota, Portugal |
| S. s. fastuosa | Schreiber, 1912 | Bilbáo, Spanien |
| S. s. gigliolii | Eiselt & Lanza, 1956 | Monte Pecoraro, Kalabrien, Italien |
| S. s. gallaica | Seoane, 1884 | La Coruna, Galicien, Spanien |
| S. s. longirostris | Joger & Steinfartz, 1994 | Sierra de Ronda, Grazalema, Spanien |
| S. s. morenica | Joger & Steinfartz, 1994 | Sierra Morena, Cazella de la Sierra, Spanien |
| S. s. salamandra | Linnaeus, 1758 | T. t. restr.: Nürnberg, Deutschland |
| S. s. terrestris | Lacépède, 1788 | T. t. restr.: Normandie, Frankreich |
| in Diskussion befindliche Unterarten: | ||
| S. s. beschkovi | Obst, 1981 | Pirin Gebirge, Sandski-Bistrica, Bulgarien |
| S. s. werneri | Sochurek & Gayda, 1941 | Pelion-Gebirge, Griechenland |
| Darüber hinaus existiert eine Vielzahl von Unterartnamen, die allerdings sämtlich in die Synonymie einzureihen sind. | ||
Habitat / Ökologie:
In Mitteleuropa lebt S. s. salamandra typischerweise vor allem in
Buchen- oder Buchenmischwäldern der mittleren Höhen um 200-400 m. Fast immer in
der Nähe von kleinen, fischfreien Quellbächen. Allerdings gibt es vielerlei
Abweichungen von diesem Bild. In der Nähe der Gewässer bewohnen die Tiere
unterirdische Schlupfplätze verschiedenster Art. Die Weibchen suchen im Frühjahr
das Gerinne auf, um an dessen Rand die Larven abzusetzen. Die Winterquartiere
sind teils ident mit den Sommerverstecken, können aber auch geräumige Höhlen,
wie aufgelassene Stollen u. ä. sein.
Als Nahrung wird alles akzeptiert, was an Beutetieren überwältigbar ist. Der
Feuersalamander ist ein ausgesprochener Generalist. Vor allem werden Schnecken,
Spinnen, Käfer und Würmer gefressen.
Die Larven stehen in ihrem Bereich des Gewässers an der Spitze der Nahrungspyramide.
Ihre Überlebensrate ist überaus bescheiden. Nur etwa 2-4% aller Larven erreichen
die Metamorphose. Der große Rest wird zumeist abgetriftet (Sommergewitter!) und
landet vor allem in den Mägen der Bach abwärts lebenden Fische.
Haltung:
Entsprechend seinem Lebensraum bevorzugt der Östliche Feuersalamander kühle Terrarien. Die Temperatur sollte nicht über 20°C steigen. Es ist für
gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen. Nässe hingegen gilt es zu vermeiden. Die
Salamander meiden die Helligkeit und sind vor allem in der Dunkelheit aktiv.
Deshalb sollte im Terrarium tagsüber eher Dämmerlicht herrschen. Das limitiert
die Verwendung von Pflanzen als Dekoration. Da im Bereich der natürlichen
Schlupfwinkel eines Feuersalamanders so gut wie nie Pflanzen wachsen können und
er die Ansammlung von verrottendem Material meidet, sollte das Einbringen der
vielfach kolportierten Moospolster sparsam und überlegt
passieren. Diese haben im Terrarium praktisch keine Überlebenschance, gammeln
vor sich hin und stellen Fäulnisherde dar. Die Haltungserfolge in hygienisch
eingerichteten Behältern, in die nur wenig organisches Material eingebracht
wird, sind deshalb durchwegs besser.
Gerade bei der Terrarienhaltung des Feuersalamanders gehen die Meinungen weit
auseinander. Die Gruppe der romantischen Halter, die einen Idealwald
nachgestalten will, steht der anderen Gruppe gegenüber, die einer streng
hygienischen Vorstellung folgt. Im Salamanderland
wenden wir eindeutig die hygienische Linie an, da sie diese nach den
Bedürfnissen der Tiere ausrichtet und kaum nach der optischen Befriedigung des
Halters. (Man kann davon ausgehen, dass die Ästhetik eines Schwanzlurchs- so
vorhanden- eine durchaus andere ist, als die seines Halters!)
Fortpflanzung:
Der Östliche Feuersalamander setzt obligat lebende Larven ab, die zumeist
während des Geburtsvorgangs ihre Eihülle sprengen. Zu diesem Zweck begibt sich
das Weibchen in der Regel zu einem kleinen fischfreien Fließgewässer in der
Nähe. Im Terrarium reicht eine flache Wasserschale, deren Inhalt täglich
erneuert werden sollte, da die Tiere hindurch wandern und zuweilen auch hinein
koten. Die Larven sollten nach ihrer Geburt in eigene Behälter überführt
werden. Im natürlichen Gewässer verteilen sich die gefräßigen Tierchen
gleichmäßig und halten so entsprechend Abstand von einander. Im Aquarium ist es
günstig, reichlich Strukturen (z. B. Steine) einzubringen, um auf diese Weise
optische Barrieren zu schaffen. Eine weitere zielführende Maßnahme ist das
isolierte Aufziehen jeder Larve in einem eigenen kleinen Behälter. Hierbei ist
besonders auf die Versorgung mit frischem Wasser zu achten. Auch die Larven
sind, wie die Adulti Generalisten und fressen alle Organismen, die sie
überwältigen können. (Daphnien, Tubifex, Enchytraeen etc.) Die
metamorphosierten Jungtiere sind konsequent an Land zu pflegen und gleich zu
versorgen, wie die Erwachsenen.
Molchregister:
Die Art wird im Molchregister der AG-Urodela der
DGHT monitorisiert. Ziel dabei ist es unter anderem, diverse Lokalpopulationen in
den Terrarien zu erhalten. Pate der Art ist Michael Schantz
(Deutschland).
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