Salamanderland
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| Männchen | Weibchen |
Erstbeschreibung:
Savi, P. (1821):
Bibliot. Ital., Ossia Giorn. Lett. Sci. Art.,
Milano, 22: 228.
Diagnosis:
Ein sehr schlanker, kleiner Molch der recht "zerbrechlich" wirkt. Dies wird
dadurch hervorgerufen, weil sich Teile des Skeletts nach außen über die
Hautoberfläche abbilden. Insbesondere Wirbelsäule und Rippen werden nur von Haut
überspannt, was den Tiere ein bizarres Äußeres verleiht. Die Oberseite ist samt
Kopf dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Kopfoberseite zeigt eine hellbraune
Brillenzeichnung, die namensgebend ist. An den Flanken und den Schwanzseiten
sind eine Reihe weißer Flecken. Völlig unterschiedlich dazu ist der Bauch
kontrastreich weiß und karminrot gefärbt. Tatsächlich können die Tiere nach Art
der Unken bei Bedrohung die grell gefärbte Bauchseite zeigen. Eine
Unterscheidung der Geschlechter ist schwierig und praktisch nur dann
durchführbar, wenn die Weibchen voll Laich sind.
Differentialdignosis:
Lange Zeit als
monotypisch angesehen, wurde die Gattung nun in zwei Arten aufgespaltet. Die
südliche Form trägt den Namen Salamandrina terdigidata. Sie ist
allerdings morphometrisch nur sehr schwierig unterscheidbar.
Mehr Systematik:
Verbreitung:
Terra typica: Apennino Toscano, Mugello.
Entlang des Westabhangs der Apenninen nordwestlich von Neapel bis
Nordwestitalien.
Habitat /
Ökologie:
Die Art lebt am weitgehend frostfreien Westabhang des Apennin dessen Wälder
häufig immergrün sind. Hohe Niederschlagswerte und entsprechende
Luftfeuchtigkeit zeichnet die Habitate aus. Die Tiere halten sich meist
versteckt in der untersten Vegetationszone und den obersten Bodenschichten auf.
Wenn im Frühjahr nachts die Temperaturen um 18°C bei gesättigter
Luftfeuchtigkeit liegen, sind die Salamander in großer Zahl unterwegs, um dem
Paarungsgeschäft nachzugehen. Nur die Weibchen suchen die kleinen Bäche zur
Laichabgabe auf. Die Paarung findet an Land statt.
Nahrung:
S. perspicillata ernährt sich von einer Vielzahl unterschiedlicher
Wirbellosen. Insbesondere von kleinen und kleinsten Insekten und Spinnentieren.
Haltung
im Terrarium:
Ein typischen Waldterrarium ist der günstigste Behälter für die Art. Das Becken
sollte groß genug sein, um auch einen mit einer Pumpe betriebenen Wasserlauf
darin unterbringen zu können. Das Wasser muss gefiltert werden. Eine üppige
Bepflanzung und eine Vielzahl kleiner Verstecke entspricht der heimlichen
Lebensweise. Die Tiere sind nicht sehr Temperatur empfindlich. Auch Werte von
24°C werden gut akzeptiert. Eine besondere Herausforderung stellt die Ernährung
mit Kleinlebewesen dar. Obwohl die Salamander ausgezehrt wirken, fressen sie
tatsächlich recht große Mengen von Kleininsekten. Es ist daher stets für Zufuhr
zu sorgen und eine relative Futtertierdichte aufrecht zu erhalten. Gleichzeit
darf die Hygiene nicht vernachlässigt werden.
Fortpflanzung:
Etwa Ende April beginnen die Männchen mit der Balz und kurze Zeit später legen die Weibchen
in den Bachlauf ihre Eier ab. Diese heften sie unter Wasser vor allem an Steine. Abhängig von den Temperaturen entwickelt sich der Laich
rasch. Die Larven schlüpfen in einem frühen Stadium, und erweisen sich in der
ersten Zeit als entsprechend empfindlich. Hervorragende Wasserhygiene ist
Voraussetzung für ihr Gedeihen. Die Versorgung erfolgt mit dem üblichen Kleinfutter. Es ist
nicht ratsam, die Wassertemperaturen deutlich über 18°C ansteigen zu lassen. Die
Entwicklung der Larven wird dadurch zwar beschleunigt, der Sauerstoffgehalt des
Wassers sinkt allerdings, was zu Problemen führen kann. Zusätzlich wird die
Metamorphose beschleunigt, was zu besonders kleinen Jungtieren führt. Bereits
nach 10 Wochen gehen die winzigen Metamorphlinge mit einer Größe von 40- 45 mm
an Land. Sie sind Streichholz dünn und brauchen nun große Mengen winzigster
Futtertiere, wie Collembolen u.ä. In der Regel nehmen die Jungen das dargebotene
Futter zwar an, sterben aber trotzdem wegen Unterversorgung in den nächsten
Wochen. Es ist uns deshalb im Salamanderland
noch nicht gelungen, Jungtiere groß zu ziehen. Auch Versuche in großen
Boxen mit Walderde brachten zwar zunächst bessere Ergebnisse, letztlich war aber
auch das nicht von Erfolg gekrönt. Hier sind noch weitere Versuche nötig.
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