Salamanderland 

Speleomantes italicus (Dunn, 1923)

Italienischer Höhlensalamander
Italian Cave Salamander

Männchen

Habitat

Erstbeschreibung:
Dunn, E. R. (1923): Mutanda herpetologica. Proc. New England zool. Club, 8: 39-40.

Diagnosis:
Ein mittelgroßer Molch mit einer Gesamtlänge von maximal 12 cm beim größeren Weibchen. Die Haut ist glatt. Die Dorsalfärbung ist sehr variabel und zeigt auf dunkelbrauner Grundfarbe eine gelbliche, hellbraune oder auch ockerfarbene Fleckung und Marmorierung. Der Bauch ist dunkelgrau mit hellen Flecken. Die Fuß- und Handflächen der Tiere erscheinen deutlich verbreitert, wobei Zehen und Finger nur unwesentlich verkürzt wirken.

Differentialdiagnosis:
Auf dem südostfranzösischen und norditalienischen Festland werden drei Arten unterschieden: S. strinatii, S. ambrosii und S. italicus (von West nach Ost). Ohne den exakten Fundort zu kennen, ist es auch für Fachleute sehr schwierig, diese Arten an Hand von Einzelexemplaren zu unterscheiden. Erschwerend kommen breite Hybridzonen hinzu. Die Merkmale liegen vor allem im unterschiedlichen Bau der Schädelknochen.
Auf Sardinien leben weitere 4 Arten: S. flavus, S. supramontis, S. imperialis und S. genei. 

Status der Unterarten:
Über recht lange Zeiträume wurde das Taxon S. italicus in 6 Unterarten gegliedert. 5 dieser Unterarten wurden mittlerweile zur Art erhoben. Auch die Teilung in letztlich 2 Unterarten (S. i. italicus und S .i. gormani) wurde nicht aufrecht erhalten. Somit gilt die Art heute als monotypisch und Speleomantes. italicus gormani als Synonym.

Verbreitung:
Terrae typicae: Auf Grund der historisch bedingten Teilung der Art existieren 2 T.t.: lungo il torrente Forra Cava, affl. di sinistra della Limentra occ., tra Corniolo e San Pellegrino al cassero, non lungi dalla strada della Collina Pistoiese, a circa 650 m s.l.m. (Lanza, 1952) bezieht sich wohl auf "S. italicus italicus". Hingegen betrifft: Tana die Magnano (Lanza, 1952) "S. italicus gormani".
Die Art ist ein Endemit des nördlichen und zentralen Appenins. Das Vorkommen reicht von Reggio Emilia bis Pescara. 

Habitat:
S. italicus lebt völlig unabhängig von offenen Gewässern. Im Verbreitungsgebiet besiedelt sie in teilweise hoher Dichte die unterschiedlichsten Habitate deren gemeinsamer Nenner im Wesentlichen ein unterirdisches Spalten- bzw. Höhlensystem ist. Es gibt hierbei keinerlei Präferenzen zu einer bestimmten geologischen Formation. Es ist generell unrichtig, dass die Art ein spezialisierter Höhlenbewohner ist. Sondern es werden sämtlich Spalten- und Kluftsysteme besiedelt, die adäquate Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse bieten. So leben die Tiere auch in großer Zahl in anthropogen geschaffenen Geröllzonen von Marmorsteinbrüchen. Die Art dürfte insgesamt von menschlichen Aktivitäten massiv profitieren und gilt daher als eine der wenigen europäischen Amphibienarten dezidiert als nicht gefährdet. 

Nahrung:
Sämtliche Größen gerechte Beute im bewohnten Spaltensystem wird angenommen. Einen Schwerpunkt bilden Spinnentiere. Die Annahme, die Art ernähre sich von troglophilen Lebewesen ist offensichtlich ein Sammelartefakt: Derartige, tatsächlich in Höhlen lebende Salamander sind in der Regel leicht zu finden. Andere Populationen weisen nur einen Anteil von wenigen Prozent der Nahrung an troglophilen Organismen auf.

Fortpflanzung:
Wenig ist über die natürliche Fortpflanzung von S. italicus bekannt. Man nimmt an, dass die Paarung ebenso, wie der Großteil des übrigen Lebens unterirdisch stattfindet, wenngleich Paarungen auch an der Oberfläche beobachtet wurden. Die Eiablage erfolgt generell unterirdisch auf feuchtem Untergrund. Es werden nur wenige (6-14) große Eier abgesetzt. Die Embryonal- und Larvalentwicklung findet vollständig innerhalb der Eihülle statt. Nach 9-10 Monaten bei konstant 12°C und gesättigter Luftfeuchtigkeit schlüpfen 22-24 mm lange, vollständig ausgebildete Jungtiere, die wenige Stunden später bereits selbständig klettern können. Nach Aufzehren des Dotterrests wird nach etwa 6 Wochen die erste Nahrung zu sich genommen und die Larvalphase damit beendet. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Populationen in der Lage sind, sich ovipar fortzupflanzen. Nach drei Jahren wird die Geschlechtsreife erreicht.

Haltung im Terrarium:
Die Art ist durch ihre annährend permanent unterirdische Lebensweise an stabile kühl-feuchte Bedingungen angepasst. Diese lassen sich auf Dauer nur mit Hilfe aufwändiger Technik an der Oberfläche aufrecht erhalten. Die erfolgreichen Berichte entstammen deshalb auch durchgehend entsprechenden Haltungsversuchen in Terrarien, die in Höhlen untergebracht waren. Dort wurde auch einige Male die Vermehrung beobachtet.
Im Salamanderland wurden die Tiere über eine Reihe von Jahren in gekühlten Terrarien (14°-16°C) und ständig hoher Luftfeuchtigkeit gehalten. Zwar wurden immer wieder Paarungsaktivitäten beobachtet, zur Eiablage kam es allerdings nicht.
Zur Zeit lebt die Art nicht in unseren Becken.


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