Salamanderland
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Entwicklung |
Jungtier |
Erstbeschreibung:
Bonaparte, C. L. (1839):
Iconografia della fauna italica per le quattro classe degli animali Vertebrati.
II.Anfibi. Saviucci, roma
Diagnosis:
Ein mittelgroßer Molch mit einer Gesamtlänge von maximal 12 cm beim größeren
Weibchen. Die Haut ist feinkörnig. Die Männchen zeigen in Wassertracht einen
niedrigen, glatten, schwarz-weiß gezeichneten Kamm. Vom Kopf über den Bauch bis
zur Kloake zieht sich ein seitlicher Streifen aus dunklen Flecken auf weißlichem
Grund. Darunter liegt ein hellblaues Band. Der Rücken und die Extremitäten sind
dunkel blaugrau marmoriert. Der Bauch ist gelb oder orange bis hellrot, die
Kehle dunkel gefleckt. (Unterartmerkmal!) Der
Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt: Die Weibchen und Jungtiere
zeigen auf grauer dunkler Grundfärbung eine unregelmäßige
blaue Marmorierung.
Differentialdiagnosis:
Auf Grund
der bei europäischen Molchen einzigartigen blauen Färbung beim Männchen ist eine
Verwechslung mit einer ähnlichen Art auszuschließen.
Status
der Unterarten:
Von
Ichthyosaura alpestris gelten neben der
Nominatform zwei Unterarten als valid:
Ichthyosaura alpestris apuana
(Bonaparte, 1839):
Westfrankreich, Norditalien und Apenninenhalbinsel. Dunkle Flecken an
Kehle und Bauch.
Ichthyosaura alpestris cyreni
(Wolterstorff, 1932):
Isoliertes Vorkommen in Nordspanien (Asturien).
Als Synonym von I. alpestris apuana gilt T. alpestris inexpectatus (Dubois & Breuil, 1983): Kalabrien.
Verbreitung:
Die Unterat bewohnt Nordwestitalien und den Appenin (Apuanische Alpen). In
Kalabrien gibt es ein Isolat, das ursprünglich als T. alpestris "inexpectatus"
beschrieben wurde, sich allerdings kaum von apuanus unterscheidet.
Habitat:
Die Art
weist gebietsweise den typischen zweiphasigen Lebensraumwechsel im Jahreszyklus
nicht auf. Von I. a. apuanus sind
Populationen in tiefen Lagen bekannt, die ganzjährig aquatil leben.
Nahrung:
Nachdem der
Bergmolch deutlich Boden orientiert im Gewässer lebt, besteht der
Hauptbestandteil der Nahrung aus Chironomiden- Larven. Grundsätzlich
verschmäht er aber auch andere größengerechte Beute nicht. Insbesondere werden
ins Wasser gefallene Raupen und Würmer genommen. An Land werden hauptsächlich
Gliederfüßer und Würmer gefressen, die er bei seiner versteckten Lebensweise am
und im Waldboden antrifft.
Fortpflanzung:
Die Besiedlung der Fortpflanzungsgewässer im mediterranen
Bereich kann bereits im Herbst erfolgen, wenn die Tiere nicht überhaupt aquatil
bleiben. Ansonsten verläuft die Fortpflanzung weitgehend so, wie bei
I.alpestris alpestris beschrieben.
Haltung
im Terrarium:
Es ist möglich und ratsam, I. a. apuana permanent aquatil zu halten.
Es wird deshalb ein normales Aquarium benötigt.
Eine Winterruhe wird nicht geboten. Der Unterart reicht eine Reduktion der Wassertemperatur im Herbst auf
10-15°C, um schon im Dezember mit der Paarung zu beginnen.
Ob der Wasserteil mit Pflanzen gegliedert wird oder ob künstliche Ablaichhilfe
geboten werden, ist für den Fortpflanzungserfolg unwesentlich. Alle Becken müssen gut
abgedeckt werden, da die Tiere auch kleine Lücken rasch finden und leicht
entweichen. Als Futter werden vor allem Rote Mückenlarven geboten.
Aber auch Regenwürmer, Daphnien und Fliegenmaden etc. Eine Fütterung mit
Gammarus sorgt für besonders intensiv orangerot gefärbte Bäuche.
Fortpflanzung im Terrarium:
Im Alter
von 3 Jahren, im Terrarium auch schon früher, sind die Tiere
fortpflanzungsfähig. Bei I. a. apuana setzt die Paarungsbereitschaft
meist ohne Zutun nach reichlicher Fütterung im Sommer bereits im Herbst bei
sinkenden Temperaturen ein. Da die Tiere in der Regel dauernd aquatil leben,
erfolgt Paarung und Eiablage im angestammten Becken. Da die Weibchen ihre Eier über einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten
einzeln ablegen, empfiehlt es sich, alle 10-14 Tage das Substrat auszutauschen,
um die Larven in eigenen Becken schlüpfen zu lassen und nach Größen getrennt
aufzuziehen. Leicht austauschbare Ablaichsubstrate haben sich hierbei bewährt.
Die Eltern sind nur in Ausnahmefällen Laichräuber, vergreifen sich aber durchaus
an den schlüpfenden Larven. Laich gesunder und ausreichend ernährter Eltertiere
neigt kaum zu Verpilzung.
Entwicklung im Terrarium:
Die Larven
schlüpfen mit einer Länge von 7-8 mm. Vier bis fünf Tage später beginnen sie mit
der Nahrungsaufnahme. Als Erstnahrung haben sich Cyclopsnauplien bzw. Nauplien
von Artemia salina bewährt.
Ab einer Größe von 15- 20 mm muss auf größere Nahrungsorganismen umgestellt
werden (Daphnien, Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Da sich die
Larven gegenseitig schädigen können, ist auf eine Isolierung der einzelnen
Größenklassen zu achten. Zu berücksichtigen ist auch bei den üblichen großen
Eizahlen die Menge der zu versorgenden Larven. Entsprechend große Behälter mit
hoher Wasserqualität und ausreichend Futter ist für eine gleichmäßige
Entwicklung der Brut notwendig.
Nach drei Monaten und einer Länge von 35-45 mm metamorphosieren die Tiere. In
dieser Phase drängen auch die Jungtiere von I. a. apuana an Land. Obwohl sie oft schon nach wenigen Tagen
wieder zurück ins Wasser gehen können, sollte man ihnen einen entsprechenden Landaufenthalt bieten. Bewährt hat sich, die Tiere
erst im Herbst wieder ans Wasser zu gewöhnen. Für Übergänge vom Wasser auf das
Land ist zu sorgen, wenngleich I. alpestris Junge selten ertrinken,
sondern oft bemerkenswert geschickt auch über senkrechte Glasflächen das Wasser
verlassen können. Die Abdeckung muss daher besonders in dieser Phase sehr
gewissenhaft erfolgen. Die günstigsten Aufzuchttemperaturen liegen für I. a.
apuana zwischen 18 und
22°C.
Der Landteil sollte feucht gehalten werden, allerdings sind Staunässe und
mangelnde Hygiene für die Heranwachsenden tödlich.
Es ist für die Entwicklung der Jungtiere an Land ungünstig, große Behälter zu
verwenden. Die kleinen Molche rotten sich in der Regel an wenigen Stellen im
Becken zusammen und verharren die meiste Zeit dort. Um die nötige Dichte des
Futters zu erreichen, sollten deshalb anfangs eher kleine Behälter gewählt
werden. Eine Größe von 20 x 30 cm Bodenfläche reicht für die Aufzucht der ersten
zwei bis drei Monate für 50 Jungtiere aus. Hierbei muss allerdings häufig
gereinigt werden. Sind die Molche 5-6 cm groß geworden, nimmt ihr
Bewegungsdrang zu und es sind entsprechend größere Behälter einzusetzen.
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