Salamanderland
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Triturus dobrogicus (Kiritzescu, 1903)
Donaukammolch
Danube Crested Newt
|
Männchen |
Weibchen |
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| Balz | Entwicklung |
Erstbeschreibung:
Kirizescu,
C. (1903): Contribution à la faune des Batraciens de Roumanie. Bull. Soc. Sci.
Bucuresti, 12: 437-444.
Diagnosis:
Ein zierlicher Molch mit
kleinem, schmalem Kopf und kurzen, schlanken Beinen. Die Gesamtlänge beträgt bei
den Männchen durchschnittlich 14 cm und bei den Weibchen bis zu 17,5 cm. Der
Schwanz nimmt die Hälfte der Gesamtlänge ein. Die Körperproportionen bei
Triturus dobrogicus sind sehr schlank. Die durchschnittliche Anzahl der
Rippen tragenden Wirbel ist 16-17. Beim „Wolterstorff-Index“ erreicht die Art
einen Wert von weniger als 54,0 im männlichen und weniger als 46,2 im weiblichen
Geschlecht. Werden die Beine am Köper anliegend nach vorne gelegt und die Arme
nach hinten, so besteht zwischen Zehen- und Fingerspitzen eine deutlicher
Abstand. Die Haut am Rücken und den Seiten ist mit zahlreichen kleinen Warzen
besetzt.
Der Kamm ist sehr hoch, beginnt am Kopf im Stirnbereich und zieht mit einer
Einbuchtung über der Schwanzwurzel bis zur dessen Spitze. Er ist ungleichmäßig
gezackt. Die Schwanzscheide im Wasser ist sehr breit. Die Rückenfärbung ist
rotbraun bis schwarz. Die zuweilen fehlenden dunklen Flecken heben sich deutlich
ab und reichen bis in den Kamm. Weibchen zeigen an Stelle des Kamms häufig eine
braune Rückenlinie, die auch bei Jungtieren erkennbar ist. An den Seiten
erscheinen viele kleine weiße Punkte. Der Bauch ist in der Regel orangegelb bis
kräftig ziegelrot mit vielen schwarzen, scharf abgegrenzten Flecken. Die Kehle
des Männchens ist immer schwarz mit weißen Flecken. Beim Weibchen ist sind gelb
oder grau mit vielen weißen Punkten. Am Schwanz zeigen die Männchen einen
perlmuttartig weißblau schimmernden Streifen.
Differentialdiagnosis:
Zu
Triturus cristatus:
Dieser ist im Habitus kräftiger. Die Rückenfärbung ist so dunkel, dass sich die
schwarzen Flecken kaum abheben. Er besitzt eine gelbe Kehle.
Zu Triturus carnifex: Dieser ist wesentlich robuster. Er hat kräftige
Beine und eine gelbe Kehle.
Zu Triturus karelinii: Dieser ist sehr kräftig, hat einen großen und
breiten Kopf. Er zeigt eine gelbe Kehlfärbung mit schwarzen eckigen Flecken. Die
lateralen weißen Punkte sind selten.
Status der Unterarten:
Von Boulenger
wurde 1908 die Unterart Triturus dobrogicus macrosomus beschrieben, der
bis auf das Donaudelta, wo die Nominatform vorkommen soll, den Rest des
Verbreitungsgebietes besetzt. Diese Ansicht konnte sich nie wirklich
durchsetzen. Grundsätzlich neigt der Donaukammolch zur Bildung
von Lokalformen, sodass die Validität von beschriebenen Unterart fraglich bleibt.
Verbreitung:
Terra typica restricta:
Sulina, Donaudelta, Rumänien (Mertens
& Müller, 1928)
Die Art lebt vor allem, namensgebend, im Bereich des Donautieflandes. Aber auch
das Flachland der Flüsse Tisza und Save werden besiedelt. Das Gesamtareal
zerfällt in zwei Bereiche, die im Bereich des Eisernen Tores in einen westlichen
und einen östlichen Teil voneinander getrennt sind. Triturus dobrogicus
hat Kontakt zu allen übrigen Arten des Kammolchkreises und es treten in
sämtlichen Überlappungszonen Hybriden auf.
Habitat:
Der Donaukammolch nutzt in
der Kammolchgruppe die großflächigsten Fortpflanzungsgewässer. Er ist an das
Flachland und die großen Flußauen gebunden. Flache, zuweilen stark erwärmte
Uferzonen mit dichter submerser Vegetation und geringer Strömung werden
bevorzugt. Aber auch Seen und Teiche des pannonischen Tieflandes werden
besiedelt. Die Temperaturen im Wasser steigen regelmäßig über 25°C, was die
Tiere veranlasst, tiefere, kühlere Wasserschichten aufzusuchen. Beim Fehlen
dieser Möglichkeit harren sie aber auch bei derartigen Werten im Wasser aus.
Triturus dobrogicus scheint unter den Kammolchen am stärksten an die
Gewässer gebunden zu sein. Oftmals ganzjährig aquatil, sind seine
Winterquartiere in unmittelbarer Nähe der Ufer in Steinhaufen oder unter Totholz
zu finden. Die Struktur des Landhabitats scheint daher bei dieser Art eine
geringere Ausbreitungs- limitierende Rolle zu spielen, als etwa bei Triturus
cristatus.
Das Auftreten der Tiere ist stark abhängig von der jeweiligen
Gewässersituation und kann von Jahr zu Jahr dramatisch schwanken. Wenn etwa
durch Überschwemmung in einem bisher stark besetzten Habitat Fische
in größerer Zahl eingewandert sind, bleiben die Tiere in der darauf folgenden Saison aus. Wenn dasselbe
Gewässer durch Austrocknen wieder fischfrei wird, ist die Art kurz danach
neuerlich individuenstark vertreten.
Nahrung:
Über die Ernährung des
Donaukammolchs ist wenig bekannt. Es kann aber angenommen werden, dass er, wie
seine Schwesternarten auch, in erster Linie auf größere Beute Jagd macht und als
Generalist alles ergreift, was er überwältigen kann.
Fortpflanzung:
Zwischen Mitte Februar bis
Anfang März beginnt Triturus dobrigicus mit dem Aufsuchen des
Fortpflanzungsgewässers. Aber auch während des restlichen Frühjahrs kommen immer
noch Einzelindividuen als Nachzügler hinzu. Ebenso dauert die Abwanderungsphase
über mehrere Monate bis in den November. Einzelne Tiere können auch ganzjährig
aquatil leben. Die Balz folgt dem Schema der großen Triturus-Arten. Es
werden von den Weibchen auf Grund des überaus schlanken Köpers nur maximal 100
Eier produziert. Die Vermehrungsrate ist folglich für einen Vertreter der
Triturus-Arten bemerkenswert gering. Zusammen mit dem an anderer Stelle
beschriebenen „Chromosom-1-Syndrom“ bedeutet dies eine auffällig kleine Zahl an
Nachkommen. Die Larven schlüpfen Temperatur bedingt nach etwa 10-12 Tagen. Die
zunächst charakteristisch längsgestreiften Larven nehmen bald eine sehr dunkle
Färbung an und sind- ganz im Gegensatz zur Gestalt als metamorphosiertes Tier-
sehr gedrungen gebaut. Sie brauchen 3 Monate bis zur Umwandlung während der die
Jungtiere zwar großteils das Wasser verlassen, jedoch auch durchaus verbleiben
können und die weitere Entwicklung dort erfolgt. Ihre Größe bei der Metamorphose
beträgt durchschnittlich 60 mm. Im Herbst können einzelne Jungtiere wieder ins
Wasser einwandern und dort überwintern.
Die Geschlechtsreife wird in 2-3 Jahren erreicht, wobei die Männchen etwas
früher adult sind. Das maximal erreichbare Alter im Freiland liegt bei etwa 10
Jahren.
Haltung im Terrarium:
Für die kleinen, schlanken
Tiere sind lang gestreckte, flache Behälter passend. Nachdem Triturus
dobrogicus von allen Kammolchen am längsten im Wasser bleibt, ist eine
Pflege im Aquarium über den Großteil des Jahres möglich. Einzelne Individuen
können auch dauernd aquatil leben. Allerdings ist den Tieren dabei stets die
Möglichkeit zu schaffen, das Wasser nach Bedarf verlassen zu können. Sollten die
Tiere über mehrere Tage konsequent an Land drängen, so ist ihnen ein
entsprechendes Habitat anzubieten. Entweder in Form eines Terrariums oder meist
günstiger in Form eines Landteils im Aquaterrarium.
Auf eine dichte Bepflanzung ist großer Wert zu legen. Die Körperform der Tiere
prädestiniert sie geradezu, sich durch üppige Pflanzenbestände zu schlängeln.
Werden künstliche Eiablagesubstrate verwendet, so sind auch diese in
entsprechender Dichte einzubringen. Im Hinblick auf die zu erwartende 50%
Sterblichkeit der Embryonen ist eine vorbeugende fungizide Behandlung der Eier
angezeigt. Filterung und Teilwasserwechsel reduziert die organische Belastung.
Der Wasserstand sollte 20-30 cm betragen. Werden keine natürlichen Pflanzen
eingesetzt, kann auf elektrische Beleuchtung verzichtet werden, wenn wenigstens
so viel Außenlicht in das Becken fällt, dass die Tiere den Wechsel der
Tageslängen im Jahresverlauf registrieren können. Die günstigste
Haltungstemperatur liegt zwischen 18°C und 20°C, wobei Triturus dobrogicus
auch Temperaturen jenseits 25°C für kurze Zeiträume ertragen kann, sofern der
Gasaustausch ausreichend ist. Werte über 20°C sollten deshalb bei der Haltung
immer mit guter Filterung und starker Belüftung kombiniert sein. Bedingt durch
ihre ausgesprochene Nähe zum Gewässer, sind die Landhabitate oftmals sehr
feucht. Landteil oder Terrarium dürfen daher niemals völlig trocken fallen,
sondern sollten insbesondere im Bereich der Unterschlupfe beständig gut
angefeuchtet gehalten werden. In der Zeit von Dezember bis Ende Jänner werden
die Tiere überwintert. Hierfür ist eine Temperatur von 4-5°C anzustreben. Es
erscheint hierfür günstig, auch Tiere, die sich anschicken, im Wasser zu
überwintern, herauszunehmen und die Kühlschrankmethode anzuwenden, da ein
stabiles Halten derart tiefer Dauertemperaturen im Aquarium technische Probleme
verursacht.
Als Futter eignen sich vor allem kräftigere Brocken wie: Tauwürmer, Regenwürmer,
Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen. Futterpräparate, totes Futter
oder gefrorene Organismen werden im allgemeinen wenig akzeptiert.
Ein spezifisches Problem der Art tritt insbesondere im männlichen Geschlecht bei
der Haltung immer wieder auf: Es kommt zu einer spontanen Rückgratverkrümmung,
die irreversibel zu sein scheint. Der Grund hierfür ist völlig unklar. Es ist
ebenso unbekannt, ob sich das Phänomen auch in frei lebenden Populationen zeigt.
Derart missgestaltete Tiere können zwar noch jahrelang weiterleben, nehmen aber
an der Fortpflanzung nicht mehr teil.
Fortpflanzung im
Terrarium:
Eine optimale Versorgung
in der vorausgegangenen Saison ist Voraussetzung dafür, dass die Tiere in
Fortpflanzungsstimmung kommen. Haben sich die Tiere erfolgreich gepaart,
beginnen die Weibchen am nächsten Tag mit der Eiablage. Durch das beschriebene
„Chromosom-1-Syndrom“ sterben allerdings voraussagbar mindestens 50% der Eier
ab. Da diese rasch von Pilzen befallen werden und verderben, ist die Gefahr
groß, dass zunächst gesunde und entwicklungsfähige Eier in Mitleidenschaft
gezogen werden. Es ist deshalb anzuraten, die Eier aus dem
Fortpflanzungsaquarium mit ihrem Substrat laufend zu entnehmen und gesondert
unterzubringen. Dort sollten sie einer schwach fungiziden Behandlung unterzogen
werden, wie etwa Bäder mit Methylenblau in halber Dosierung.
Da die Elterntiere häufig Laichräuber sind, ist das Entfernen der Eier schon
allein aus diesem Grund angezeigt.
Entwicklung im
Terrarium:
Die Larven schlüpfen mit
einer Länge von 10 mm. Sie hängen zunächst mit ihren Haftfäden am Substrat und
leben vom deutlich sichtbaren Dottervorrat. Sechs bis sieben Tage später
beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme. Als Erstnahrung haben sich
Cyclopsnauplien bzw. Nauplien von Artemia salina bewährt.
Diese Fütterung kann beibehalten werden, bis die Larven eine Länge von 15-20 mm
erreicht haben. Dann muss auf größere Nahrungsorganismen umgestellt werden (Daphnien,
Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Da sich die Larven gegenseitig schädigen
können oder einander auch fressen, ist auf eine Isolierung der einzelnen
Größenklassen zu achten. Für entsprechende Wasserqualität in den
Aufzuchtbehältern ist durch ausreichende Filterung, Belüftung und Wasserwechsel
zu sorgen.
Nach drei Monaten und einer Länge von 50-60 mm metamorphosieren die Tiere. Sie
drängen kaum an Land und können häufig im Wasser weiter aufgezogen werden.
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