Salamanderland
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Südlicher
oder Persischer Kammolch
Southern Crested Newt
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| Männchen | Weibchen | Balz |
Erstbeschreibung:
Strauch, A.
(1870): Revision der Salamandriden-Gattungen nebst Beschreibung einiger neuen
oder weniger bekannten Arten dieser Familie. Mémoires Académie Impériale
Sciences St. Pétersbourg Serie 7, 16: 17-426.
Diagnosis:
Ein großer Molch mit großem breitem Kopf und kräftigen
Beinen. Es ist die kräftigste und massigste Art aus dem Kammolchkreis. Die
maximale Gesamtlänge bei den Männchen erreicht 14,5 cm und bei den Weibchen bis
zu 18 cm. Alte Exemplare können deutlich größer sein. Der Schwanz nimmt weniger
als die Hälfte der Gesamtlänge ein. Die Körperproportionen bei Triturus
karelinii sind gedrungen. Die durchschnittliche Anzahl der Rippen
tragenden
Wirbel ist 13. Beim „Wolterstorff`schen
Index“ erreicht die Art im männlichen Geschlecht den Wert größer/gleich 67,1 und
im weiblichen größer/gleich 59,2. Werden die Beine und Arme an den Körper
angelegt, überlappen sich Zehen und Finger deutlich. Die Haut am Rücken und den
Seiten ist warzig. Der Kamm beginnt am Kopf hinter den Augen und zieht mit einer
Einbuchtung über der Schwanzwurzel bis zur dessen Spitze. Er ist ungleichmäßig
gezackt und hoch. Die Schwanzschneide im Wasser ist breit und oberseitig nur wenig
gezackt. Die Rückenfärbung ist dunkelgrau bis dunkelbraun. Zuweilen zeigen
einzelne Tiere auch graublaue Tönungen. An den Seiten erscheinen nur wenige
weiße Punkte. Der Bauch ist gelb mit schwarzen, eckigen und scharf begrenzten
schwarzen Flecken. Die Kehle ist gelb mit schwarzer Fleckung als Fortsetzung der
Bauchfärbung. Allein die Flecken sind hier kleiner. Am Schwanz zeigen die
Männchen einen breiten perlmuttartig weißblau schimmernden Streifen.
Differentialdiagnosis:
Zu
Triturus dobrogicus: Dieser ist wesentlich
schlanker und zierlicher.
Seine Kehle ist stets schwarz. Er trägt lateral viele weiße Punkte.
Zu Triturus cristatus: Dieser ist im Habitus schlanker. Die Rückenfärbung ist so dunkel, dass sich die schwarzen
Flecken kaum abheben. Lateral zeigt er viele weiße Punkte.
Zu Triturus carnifex: Dieser ist weniger kräftig. Der Bauchfleckung ist unscharf und grauschwarz. Er zeigt eine gelbe Kehlfärbung mit schwarzen Flecken und vielen weißen Punkten. Weibchen und Jungtiere zeigen eine gelbe Rückenlinie.
Status der Unterarten:
Aus dem Balkangebiet wurde Triturus karelinii arntzeni
(Litvinchuk et al., 1999) mit
der Terra typica: Vrtovac, Serbien beschrieben. Die morphologische
Unterscheidung zur Nominatform ist eine dunkle Rückenfärbung und kaum vorhandene
seitliche weiße Punkte.
Verbreitung:
Terra typica: Nordostiran.
Die Art lebt im Südosten Europas in Bulgarien und im
Nordosten Griechenlands, sowie im europäischen Teil der Türkei. In Kleinasien
wird die Umgebung des Schwarzen Meeres besiedelt. Mit Ausnahme einzelner
nördlicher Abschnitte. Ostwärts wird über den Kaukasus die Westküste des
Kaspischen Meeres erreicht. Davon disjunkt ist das bewohnte Gebiet um dessen
Südküste.
Habitat:
Der Südliche Kammolch kommt bis in Höhenlagen von über 2000
m vor und bewohnt einen deutlich trockeneren Großklimaraum als seine
Schwesterarten. Bedingt durch die relative Seltenheit von geeigneten Gewässern
im Gebiet, nimmt Triturus karelinii auch vegetationslose Kleingewässer,
wie Straßengräben und temporäre Tümpel an. Größere Teiche mit submersen
Macrophyten werden allerdings bevorzugt. In den semiariden Gebieten des Ostens
werden hauptsächlich die trockenen Hainbuchenwälder genutzt und nicht, wie
erwartet werden könnte, die feuchteren Mischwälder. An Land nutzt die Art vor
allem Verstecke, die tief im Boden unter Steingeröll gelegen sind.
Wie die gesamte Kammolchgruppe, leidet auch Triturus karelinii unter einem deutlichen Rückgang der Populationen. Dies liegt vor allem am anthropogen bedingten Verlust der Fortpflanzungsgewässer und zum Teil auch an der Strukturverarmung ihrer Umgebung. Der im allgemeinen geringe Fortpflanzungserfolg der Artengruppe, der unter 5% liegt und ihre in der Regel hohen Ansprüche an das Habitat bedingen eine geringe Flexibilität. Somit wurde sie in fast allen Bereichen ihres Vorkommens zurückgedrängt.
Nahrung:
Über die Ernährung des Südlichen Kammolchs ist wenig
bekannt. Es kann aber angenommen werden, dass er, wie seine Schwesternarten
auch, in erster Linie auf größere Beute Jagd macht und als Generalist alles
ergreift, was er überwältigen kann.
Fortpflanzung:
Abhängig von der Höhenlage beginnt die Anwanderung an die
Fortpflanzungsgewässer schon im Januar, im allgemeinen aber ab Februar. Meist
werden die Gewässer im Juni wieder verlassen. Triturus karelinii scheint
sich generell von allen Kammolcharten am kürzesten im Laichgewässer aufzuhalten.
Es sind keine permanent aquatil lebenden Individuen bekannt geworden.
Die Balz folgt dem Schema der großen Triturus-Arten.
Es werden wahrscheinlich bis zu 250 Eier von einem Weibchen produziert. Die
überlebenden Embryonen schlüpfen Temperatur bedingt nach etwa 18 Tagen. Die
zunächst charakteristisch längsgestreiften Larven brauchen 3-4 Monate bis zur
Metamorphose während der die Jungtiere ausnahmslos das Wasser verlassen. Ihre
Größe bei der Metamorphose beträgt durchschnittlich 60 mm. Die Geschlechtsreife
wird in 2-3 Jahren erreicht, wobei die Männchen etwas früher adult sind. Das
maximal erreichbare Alter im Freiland liegt bei etwa 15 Jahren.
Haltung im Terrarium:
Für die großen, massigen Tiere sollte großvolumige Behälter
angeboten werden. Nachdem Triturus karelinii dazu tendiert, das Wasser
recht frühzeitig nach der Eiablage wieder zu verlassen, sollte den Tiere für den
Großteil des Jahres ein Terrarium geboten werden. Dieses ist vor allem mit
zahlreichen aus Steinen aufgeschichteten Versteckplätzen auszustatten. Es sollte
deutlich trockener gestaltet werden, als die Unterbringung der Schwesternarten.
Die Luftfeuchtigkeit sollte aber durchaus nicht ständig niedrig sein, sondern
durch gelegentliches Übersprühen wenigstens zeitweise angehoben werden.
Nachdem der Südliche Kammolch auch vegetationsfreie
Gewässer akzeptiert, ist es nicht zwingend notwendig, ihm natürliche Pflanzen
als Strukturen und Ablaichsubstrat anzubieten. Es erscheint sogar durchaus
angebracht, künstliche Substrate zu verwenden im Hinblick auf die zu erwartende
50% Sterblichkeit der Embryonen und der damit verbundenen organischen Belastung
des Wassers. Von künstlichem Substrat lassen sich abgestorbene Eier in der Regel
besser entfernen und der Einsatz fungizider Substanzen schädigt das Substrat
nicht. Der Wasserstand sollte nicht unter 30 cm Höhe liegen. Der hohe
Futterbedarf und Stoffwechsel macht eine gute biologische Filterung und
regelmäßige Teilwasserwechsel notwendig. Werden keine natürlichen Pflanzen
eingesetzt, kann auf elektrische Beleuchtung verzichtet werden, wenn wenigstens
so viel Außenlicht in das Becken fällt, dass die Tiere den Wechsel der
Tageslängen im Jahresverlauf registrieren können. Die günstigste
Haltungstemperatur liegt zwischen 18°C und 20°C, wobei Triturus karelinii
deutlich höhere Amplituden von Temperaturschwankungen akzeptiert, als etwa
Triturus cristatus, da er auch in flachen Kleingewässern existieren kann. Je
nach ursprünglicher Herkunft können die Tiere im Sommer auch höheren
Temperaturen bis 22°C ausgesetzt werden. In der Zeit von November bis Ende
Jänner werden die Tiere überwintert. Hierfür ist eine Temperatur von 4-5°C
anzustreben.
Als Futter eignen sich vor allem kräftigere Brocken wie:
Tauwürmer, Regenwürmer, Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen.
Futterpräparate, totes Futter oder gefrorene Organismen werden im allgemeinen
nicht akzeptiert.
Fortpflanzung im Terrarium:
Eine optimales Versorgung in der vorausgegangenen Saison
ist Voraussetzung dafür, dass die Tiere in Fortpflanzungsstimmung kommen. Die
Winterruhe ist ebenso notwendig, wie ein entsprechend geräumiges Aquarium mit
sauberem, sauerstoffreichen Wasser. Haben sich die Tiere erfolgreich gepaart,
beginnen die Weibchen am nächsten Tag mit der Eiablage. Durch das
„Chromosom-1-Syndrom“ sterben allerdings voraussagbar mindestens 50% der Eier
ab. Da diese rasch von Pilzen befallen werden und verderben, ist die Gefahr
groß, dass zunächst gesunde und entwicklungsfähige Eier in Mitleidenschaft
gezogen werden. Es ist deshalb anzuraten, die Eier aus dem
Fortpflanzungsaquarium mit ihrem Substrat laufend zu entnehmen und gesondert
unterzubringen. Dort sollten sie einer schwach fungiziden Behandlung unterzogen
werden, wie etwa Bäder mit Methylenblau in halber Dosierung. Da die Elterntiere häufig Laichräuber sind, ist das
Entfernen der Eier schon allein aus diesem Grund angezeigt
Entwicklung im Terrarium:
Die Larven schlüpfen mit einer Länge von 10 mm. Sie hängen
zunächst mit ihren Haftfäden am Substrat und leben anfangs ausschließlich vom
deutlich sichtbaren Dottervorrat. Triturus karelinii beginnt bereits nach
4-5 Tage Nahrung aufzunehmen, bevor noch der Dotter der Larve aufgebraucht ist.
Als Erstnahrung haben sich Cyclopsnauplien bzw. Nauplien von Artemia salina
bewährt.
Diese Fütterung kann beibehalten werden, bis die Larven
eine Länge von 15-20 mm erreicht haben. Dann muss auf größere Nahrungsorganismen
umgestellt werden (Daphnien, Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Da sich die
Larven gegenseitig schädigen können oder einander auch fressen, ist auf eine
Isolierung der einzelnen Größenklassen zu achten. Für entsprechende
Wasserqualität in den Aufzuchtbehältern ist durch ausreichende Filterung,
Belüftung und Wasserwechsel zu sorgen.
Nach drei Monaten und einer Länge von 50-60 mm
metamorphosieren die Tiere. In dieser Phase drängen die Jungtiere an Land. Sie
brauchen deshalb Strukturen im Becken, die ein einfaches Aufsuchen des Trockenen
ermöglichen, um Unfälle durch Ertrinken zu verhindern. Die weitere Aufzucht
erfolgt im Terrarium, das verhältnismäßig trocken gehalten wird und viele aus
Steinen aufgebaute Verstecke aufweisen sollte. Durch Übersprühen ist aber die
Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Ernährt werden die Jungtiere vor allem mit
Drosophila und frischgeschlüpften Heimchen. Enchyträen eignen sich weniger
gut wegen der geringen Feuchtigkeit im Behälter. Mit dem Wachstum Schritt
haltend,
sollen auch die Futterorganismen allmählich größer werden. Wichtig ist eine
optimale Versorgung der Futtertiere vor dem Verfüttern, sowie das Bestäuben mit
Calcium-Präparaten, um einer Rachitis vorzubeugen. Es erscheint nicht sinnvoll,
die Jungtiere im ersten Lebensjahr kalt zu überwintern. Die Hibernation stellt
immer eine gewisse Belastung und Gefahr für das jeweilige Tier dar, die bei
Jungtieren am größten zu sein scheint. Günstiger ist es, die Jungen mäßig kühl
bei 16°C-18°C unterzubringen und weiterzufüttern. Das Risiko des Winters wird
dadurch minimiert und die Geschlechtsreife entsprechend früher erreicht.
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