Salamanderland
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Großer
oder Nördlicher Marmormolch
Marbled Newt
|
Männchen in Wassertracht |
Weibchen in Landtracht |
Entwicklung |
Erstbeschreibung:
Latreille
(1800): Histoire Naturelle des Salamanders de France, Paris.
Diagnosis:
Ein großer Molch mit einer
Gesamtlänge von bis zu 16 cm, wobei etwa die Hälfte auf den Schwanz entfällt.
Die Weibchen sind in der Regel größer als die Männchen. Der Körper erscheint
insgesamt kräftig. Auf braunschwarzem bis schwarzem Grund erscheint eine
marmorierte Grünfärbung, die namensgebend ist. Das Grün reicht von einem hellen
Gelbgrün bis zu einem dunklen Schwarzoliv wobei dasselbe Individuum je nach
Aufenthaltsort und physischer Situation sehr unterschiedliche Grünnuancen zeigen
kann. Der Bauch ist grau bis schwarzbraun mit zahlreichen weißen Tüpfeln und
schwarzen Flecken. Die Rückenhaut weist zahlreiche Körnungen auf, die an den
Seiten schwächer ausgebildet sind und am Bauch fehlen. Der
Geschlechtsdimorphismus ist deutlich ausgeprägt: Das Männchen trägt in der
Fortpflanzungszeit einen schwarzweißlichen Kamm, der zwischen den Augen beginnt,
sich am Rücken hochwölbt, an der Schwanzwurzel eine Einbuchtung aufweist und im
vorderen Schwanzbereich seine größte Höhe erreicht. Ein breites perlmuttfarbenes
Band erscheint an den Schwanzseiten. Die Kloake ist halbkugelförmig und ragt
prominent hervor. Das Weibchen zeigt an Stelle des Kammes eine Längsfurche in
Rückenmitte, die häufig braun gefärbt ist. Bei Jungtieren ist diese Längsfurche meist
leuchtend orange.
Differentialdiagnosis:
Zu Triturus pygmaeus
dem Zwerg- oder Südlichen Marmormolch: Dieser bleibt mit maximal 12,5 cm
Gesamtlänge deutlich kleiner. Der Bauch ist weißgelblich mit großen schwarzen
Flecken und weißen Tüpfeln. Der Rückenkamm ist über der Schwanzwurzel weniger
deutlich eingebuchtet.
Status der Unterarten:
Es sind von Triturus
marmoratus keine Unterarten beschrieben. Erwähnenswert ist ein natürlich
vorkommender Hybride mit Triturus cristatus der irrtümlich als „Triturus
blasii“ beschrieben wurde.
Verbreitung:
Terra typica restricta:
Paris (Mertens & Müller,
1928)
Die Art bewohnt den Süden und Westen Frankreichs mit einer Begrenzungslinie im
Norden von Cherbourg bis Paris. Spanien wird nördlich des Sistema Central und
Portugal mit Ausnahme der Küstenregionen weitgehend flächendeckend besiedelt. Im
zentralen Pyrenäenmassiv fehlt die Art.
Die Höhenverbreitung reicht von Meeresniveau bis 2000 m, allerdings werden
die Tiere über 1000 m erheblich seltener.
Im Norden Frankreichs existiert eine Hybridzone mit
Triturus cristatus.
In dieser Zone schieben sich die Verbreitungsgebiete beider Arten fleckenartig
ineinander.
Habitat:
Die Art weist einen
deutlich zweiphasigen Lebensraumwechsel im Jahreszyklus auf. Während der
Fortpflanzungszeit werden Still- und langsame Fließgewässer unterschiedlichster
Beschaffenheit aufgesucht. So auch von Menschenhand geschaffene Sekundärbiotope
wie Brunnen und Zisternen. Die Tiere zeigen keine auffällige Präferenz für
bestimmte wasserchemische Werte. Die Art kommt sowohl in moorigen Gewässern mit
saurer Reaktion, wie auch in basischen Karstseen vor. Es werden hohe Härtegrade
akzeptiert, nicht aber salzige Gewässer. Es sind permanent aquatisch lebende
Populationen bekannt.
Beim Landaufenthalt werden die unterschiedlichsten Habitate genutzt.
Nahrung:
Jedes Tier passender
Größe- auch die eigenen Jungtiere- ist potentielle Beute. Diese geringe
Selektivität gilt sowohl im Wasser wie auf dem Land. Im Aquarium und Terrarium
nehmen die Tiere auch unbelebtes Futter.
Fortpflanzung:
Die Paarung findet meist
nachts im Wasser statt. Zunächst wandern die Männchen aus den Winterquartieren
in der Regel im Februar an. Zwei Wochen später folgen die Weibchen. Je nach
Höhenlage kann dies aber auch schon im Winter oder bis in den April hinein
stattfinden. Ebenso unterschiedlich ist der Zeitraum der Eiablage.
Wenn das Männchen ein Weibchen entdeckt, so versucht es zunächst, sich zu
präsentieren: Es erhebt sich, bläht sich auf und faltet den Schwanz auf eine
Körperseite. Anschließend stellt es sich quer vor das Weibchen und schneidet ihm
so den weiteren Weg ab. Hierbei macht es einen typischen „Katzenbuckel“. Mit dem
Schwanz werden nachfolgend wellenförmige Bewegungen vollführt und das Männchen
lehnt sich hierbei seitlich über das Weibchen. Mit peitschenartigen Bewegungen
des Schwanzes wird ein Wasserschwall gegen das Weibchen gerichtet. Schließlich
kommt es zur Spermatophorenübergabe indem das Männchen vom Weibchen wegkriecht
und ihm dieses folgt. Es orientiert sich am wellförmig bewegten Schwanz des
Männchens. Sobald es ein oder mehrere Male mit seiner Schnauze die
Schwanzspitze berührt hat, setzt das Männchen unter Anheben des Schwanzes den
Spermatophoren ab. Nachdem es daraufhin eine Körperlänge weitergekrochen ist,
stellt sich das Männchen quer und positioniert dadurch die Kloake des Weibchens
im Idealfall genau über dem Spermatophoren, der letztlich aufgenommen wird.
Kurze Zeit später beginnt das Weibchen die Eier abzulegen indem es diese mit den
Hinterbeinen in Pflanzenblätter wickelt.
Maximal werden etwa 400 Eier von einem Weibchen produziert.
50% der Eier sterben durch die
Homomorphie des ersten Chromosomenpaares ab. Der Schlupf erfolgt bei 20°C nach 14 Tagen.
Die Larven metamorphosieren nach etwa 3 Monaten mit einer Kopf-Rumpf-Länge von
circa 25 mm. Die Jungtiere bleiben bis zur sexuellen Reife im 4.- 5. Lebensjahr
an Land.
Das Maximalalter im Freiland liegt bei etwa 14 Jahren.
Haltung im Terrarium:
Auf Grund des zumeist
biphasischen Lebensraumwechsels im Jahresverlauf empfiehlt es sich, den Tieren
einen derartigen Wechsel ebenfalls zu bieten. Daneben ist es aber auch möglich,
diese Art ganzjährig im Wasser zu halten, wobei aber zumindest eine Insel nicht
fehlen darf. Im Regelfall wird man die Tiere nach der Winterruhe in ein Aquarium
setzen. Da Triturus marmoratus in der Terrarienhaltung zuweilen Probleme
hat, sich sofort an das Wassermilieu zu gewöhnen, empfiehlt sich zunächst ein
Wasserstand von nur einem Zentimeter. Dieser kann, sobald die Haut der Tiere
benetzbar geworden ist, schrittweise bis 30 cm und mehr erhöht werden. Die
Strukturierung des Wasserraumes sollte zumindest teilweise mit Pflanzen
erfolgen, da viele Tiere Gewässer meiden in denen Macrophyten fehlen. Bei der
Bepflanzung sollte auf nicht zu feinfiedrige und lichthungrige Arten
zurückgegriffen werden. Bei der Beleuchtung des Beckens sollte darauf geachtet
werden, dass nicht sämtliche Bereiche hell bestrahlt werden und die Lichtquellen
nicht das Wasser aufheizen.
Eine Filterung des Wasser empfiehlt sich. Der Rücklauf sollte allerdings keine
deutliche Strömung erzeugen. Ein Wasserwechsel von bis zu einem Drittel des
Volumens pro Woche ist anzuraten. Hierbei sollten auch Mulm und übrig gebliebene
Futterreste abgesaugt werden. Die Haltungstemperaturen im Wasser sollten im
Bereich zwischen 17° und 20°C liegen. Die Abdeckung des Beckens sollte lückenlos
sein, da die Tiere hervorragende Kletterer sind. Am günstigsten hierbei hat sich
ein mit Gaze bespannter Rahmen erwiesen, der den nötigen Gasaustausch kaum
behindert.
Der Landaufenthalt im Sommer und Herbst kann entweder in einem eigenen Terrarium
erfolgen oder aber das Becken ist als Aquaterrarium mit einem eigenen Landteil
versehen. In jedem Fall ist darauf zu achten, ob und wann die Tiere nach der
Fortpflanzung auf das Trockene streben. Wird ein derart gestimmtes Exemplar
gezwungen, im Wasser zu verbleiben, kann es leicht ertrinken.
Der Landteil sollte reichlich gegliedert sein, um ausreichend
Unterschlupfmöglichkeit für die Tiere zu bieten, die sich in dieser Phase kaum
zeigen. Der Bodengrund sollte leicht feucht sein, niemals jedoch nass. Da für
den Wasserhaushalt eines derartigen Terrariums vor allem die Luftfeuchtigkeit
der Umgebung ausschlaggebend ist, können hierzu keine absoluten Angaben gemacht
werden. Grundsätzlich ist Triturus marmoratus an verhältnismäßig trockene
Habitate angepasst. Hierbei werden auch recht hohe Temperaturen im Sommer
ertragen. Die günstigsten Werte liegen zwischen 18° und 24°C.
Die Überwinterung erfolgt in den Monaten Dezember und Januar. Nach einer
allmählichen Reduktion der Temperaturen im Spätherbst können die Tiere entweder
in einem Raum mit geeigneter Temperatur, sicherer aber in einem Kühlschrank mit
exakter Regelung untergebracht werden. Die günstigste Überwinterungstemperatur
liegt zwischen 4° und 5°C. Hierbei kommt der Stoffwechsel der Tiere weitgehend
zur Ruhe und es werden kaum Energiereserven verbraucht.
Als Futter eignen sich der Größe der Tiere entsprechend kräftigere Brocken wie:
Tauwürmer, Regenwürmer, Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen etc.
Auch gefrorene und aufgetaute Futterorganismen werden problemlos genommen.
Fortpflanzung im
Terrarium:
Sind die Tiere 4-5 Jahre
alt, können sie nach der Überwinterung erstmals zur Fortpflanzung herangezogen
werden. Hierzu ist es notwendig, die Tiere in der vorausgehenden Saison
reichlich mit Futter zu versorgen. Derart vorbereitete Tiere werden ohne
besondere Probleme das Wasser annehmen und in wenigen Tagen die entsprechenden
Fortpflanzungsattribute (Kamm, Kloake) entwickeln. Zuerst werden die Männchen
eingesetzt, etwa 10-14 Tage später, wenn diese sich optimal entwickelt haben,
kommen die Weibchen hinzu. In der Regel werden diese schon kurze Zeit später
angebalzt. Einige Tage nach der Befruchtung beginnen die Weibchen ihre Eier in
die Pflanzen abzulegen. Es ist anzuraten, die mit Laich besetzten Pflanzen
regelmäßig in andere Becken zu überführen und durch frische zu ersetzen, da die
Eltern häufig Laichräuber sind. Da voraussagbar mindestens 50% der Eier
verderben werden, bewährt es sich, ein fungizides Medikament vorbeugend
einzusetzen, um das Übergreifen einer Verpilzung auf entwicklungsfähige
Embryonen zu verhindern.
Entwicklung im
Terrarium:
Die Larven schlüpfen mit
einer Länge von 10 mm. (Die auf den Fotos dargestellte Embryonalentwicklung
erfolgte bei einer Durchschnittstemperatur von 16,6°C) Sie hängen zunächst mit ihren Haftfäden am Substrat und
leben vom deutlich sichtbaren Dottervorrat. Sechs bis sieben Tage später
beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme. Als Erstnahrung haben sich Cyclopsnauplien bzw. Nauplien von Artemia salina bewährt.
Diese Fütterung kann beibehalten werden, bis die Larven eine Länge von 15-20 mm
erreicht haben. Dann muss auf größere Nahrungsorganismen umgestellt werden (Daphnia,
Tubifex, Mückenlarven, Enchyträen). Da sich die Larven gegenseitig
schädigen können oder einander auch fressen, ist auf eine Isolierung der
einzelnen Größenklassen zu achten.
Nach drei Monaten und einer Gesamtlänge von 40-50 mm metamorphosieren die Tiere.
In dieser Phase drängen die Jungtiere an Land. Sie brauchen deshalb Strukturen
im Becken, die ein einfaches Aufsuchen des Trockenen ermöglichen, um Unfälle
durch Ertrinken zu verhindern.
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