Salamanderland
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Nördlicher
Bandmolch
Northern Banded Newt
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Männchen, westliche Form |
Männchen, östliche Form |
Weibchen |
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| Habitat | Paarung | Entwicklung |
Erstbeschreibung:
Triturus
vittatus:
Gray
J. E. in Jennys,
L. (1835): A Manual of British Vertebrate Animals: or descriptions of all the
animals belonging to the classes Mammalia, Aves, Reptilia, Amphibia, and Pisces,
which have been hitherto observed in the British Islands, including the
domesticated, naturalized, and extirpated species: the whole systematically
arranged. Cambridge (John Smith), 559 pp.
Triturus vittatus
ophryticus:
Berthold
A. A. (1846): Nachrichten königl. Ges. Wiss. Göttingen, 12: 189.
Diagnosis:
Ein großer Molch mit einer Gesamtlänge von maximal 18 cm. Die Weibchen sind
kleiner als die Männchen. Der Körper ist kräftig mit einem ungefähr dreieckigen
Kopf. Die Haut an Land ist samtig, im Wasser hingegen glatt und glänzend.
Seitlich von den Augen bis zum Ansatz der Beine erstreckt sich ein
silbrig-weißes, schwarz eingefasstes Band (=namensgebend). Die
Einfassungsstreifen des weißen Bandes sind nicht unterbrochen und schmal. Auf
dem Trockenen besteht die Färbung aus einer mittel- bis dunkelgrauen bis
-braunen Marmorierung auf dem Rücken. Bei den Männchen ist auch außerhalb der
Fortpflanzungszeit an Stelle des Kammes häufig eine hell/dunkel gebänderte
Leiste zu erkennen. Der Bauch ist gelb und in der Regel ohne Flecken. Die
Schläfenflecken sind nur bei Jungtieren erkennbar. Die Schwanzoberkante und die
Unterkante ist mit hohen Zacken versehen bzw. zahnförmig. Während des
Aufenthalts im Wasser ist der Geschlechtsdimorphismus unter allen Triturus-Arten
am stärksten ausgeprägt. Verändert sich bei den Weibchen im Wesentlichen nur
Haut- und Lippenstruktur, so bauen die Männchen einen sehr hohen, tief gezackten
Kamm auf, der mit einer Einbuchtung über der Schwanzwurzel bis zur Schwanzspitze
zieht. An den Hinterbeinen entwickeln sich ein Hautlappen, die Metatarsalfalte.
Auch die Färbung ändert sich im Wasser auffällig. Goldfarben oder broncegrün
leuchtet der Rücken mit vielen kleinen schwarzen Flecken. Am Schwanz entlang
zieht sich ein breites Band, das silbrig- blau ist. Die gelbe Bauchseite wird
farblich intensiver.
Differentialdiagnosis:
Zu
Triturus vittatus vittatus: Dessen Bauch zeigt zahlreiche dunkle
Flecken, die schwarzen Steifen an den Seiten sind breit und nicht durchbrochen.
Im unteren Schwanzteil weist er als einzige der drei Unterarten einen schwarzen
Streifen auf. Die sonst nur bei den Jungtieren erkennbaren Schläfenflecken
bleiben zeitlebens deutlich sichtbar. Die obere und die untere Schwanzkante ist
wellig bzw. fast gerade.
Zu
Triturus vittatus cilicensis:
Häufig sind hier die seitlichen
schwarzen Einfassungsstreifen des weißen Bandes in einzelne Flecken aufgelöst.
Der Bauch weist eine Fleckenzeichnung auf. Die obere und die untere Schwanzkante
ist zahnförmig bzw. wellig.
Auf Grund der ausgeprägten Merkmale der Männchen in Wassertracht ist eine
Verwechslung mit anderen Triturus-Arten kaum möglich.
Status
der Unterarten:
Da T. vitt.
ophryticus, welcher eine Unterart des Triturus vittatus darstellt,
von anderen Autoren (Litvinchuk et
al., 2005) zur Art erhoben und von dieser wiederum Unterarten beschrieben wurden, sei an
dieser Stelle kurz darauf eingegangen: Es wird eine westliche Form:
Triturus ophryticus nesterovi (Litvinchuk
et al., 2005) und die östliche Nominatform unterschieden: Triturus
ophryticus ophryticus. Diese Beschreibungen sind allerdings nicht allgemein
anerkannt!
mehr Systematik:
Verbreitung:
Terra
typica:
„ponds near London“
Gray fand den Bandmolch offenbar
in Parktümpeln in der Nähe Londons und veröffentlichte die Entdeckung in einem
Band über die Tiere der britischen Inseln! Lange Zeit hielt man daher die Art
für einen Teil der englischen Herpetofauna.
Wie konnte es zum Kuriosum des Londoner Bandmolchs kommen? Offenbar war hier die
Liebhaberei schneller als die hehre Wissenschaft: Rührige "Terrarianer" hatten
die interessanten und schönen Tiere schon früher als die Fachleute gekannt, importiert
und möglicherweise auch nachgezüchtet oder zumindest die damals so beliebten
Freisetzungsversuche unternommen. Auf diese Weise kam die Art Triturus
vittatus zu ihrer grotesken Terra typica. (Die Tiere stammten übrigens
möglicherweise aus Syrien)
Terra typica von T. vitt. ophryticus ist Tiflis, Georgien
Er bewohnt die
Südküste des schwarzen Meeres. Sein Areal, das in einen westlichen und östlichen
Anteil gegliedert ist, folgt im Osten der Schwarzmeerküste nach Norden bis nach
Krasnodar. Ostwärts bewohnt er den Kaukasus entlang der Südseite des großen
Gebirgszugs bis an die aserbeidschanische Grenze.
Habitat:
Triturus
vittatus ophryticus
bewohnt vor allem Wälder.
Auffällig ist die Übereinstimmung des Siedlungsgebietes mit dem Vorkommen von
Fagus orientalis. Die mittlere Jahres-Lufttemperatur im Gebiet liegt
zwischen 11° und 14°C. Die Selektivität bei der Wahl der
Fortpflanzungsgewässer ist
bemerkenswert gering. Es werden praktisch sämtliche Wasseransammlung genutzt,
die sich bieten. Selbst in strömenden Bächen sind die Tiere anzutreffen. Die
Überwinterung erfolgt in unterschiedlichsten Schlupfwinkeln. Sie beginnt im
Oktober und dauert bis zu 5 Monate. Es ist keine Bindung an ein bestimmtes
Substrat festzustellen.
Nahrung:
Im Wasser werden vor allem kleine Krebstiere und Chironomiden-Larven
aufgenommen. Aber auch größengerechte Beute vieler weiterer Arten. Insbesondere
die Weibchen nehmen Laich und Larven anderer Amphibien. Auch die Larven der
eigenen Art werden nicht verschont. An Land werden alle Arten von Wirbellosen
gefressen, die für die Tiere zu überwältigen sind.
Fortpflanzung:
Die
Fortpflanzungsperiode von Triturus vittatus ophryticus ist direkt
abhängig von der Höhenlage und beginnt frühestens im Februar, im Hochgebirge
aber auch erst im Juni. Bereits bei Bodentemperaturen von wenig mehr als 1°C
werden die Tiere aktiv und wandern bei Wassertemperaturen von 3°- 5°C ein.
Vorher verbringen sie
jedoch bis zu vier Wochen in aktivem Zustand an Land. Im Fortpflanzungsgewässer
dauert es eine Woche bis zu einem Monat, bis die Männchen ihre volle Balztracht
ausgebildet habe. Das Laichen erfolgt bei Wassertemperaturen von 7°- 9°C. Die
Anzahl der abgelegten Eier beträgt durchschnittlich etwa 100. Die
Embryonalentwicklung kann temperaturabhängig bis zu einem Monat dauern. Ende
August erfolgt die Metamorphose bei einer Gesamtlänge der Jungtiere von
durchschnittlich 30 mm. Die Geschlechtsreife wird im vierten Lebensjahr
erreicht. Die maximale Lebenserwartung im Freiland liegt bei 21 Jahren.
Arteigene Männchen werden vom jeweiligen Revierbesitzer angegriffen und es kann
zu Beschädigungskämpfen kommen. Diese innerartliche heftige Aggressivität ist in
der Gattung Triturus einzigartig.
Haltung
im Terrarium:
Nach der
ausgedehnten Winterruhe bei 4°-5°C, die vom November bis in den März, somit etwa
4 Monate betragen sollte, sind zunächst die Männchen an ein Leben im Wasser zu
gewöhnen. In der Regel haben sie bereits in der Winterruhe damit begonnen, die
ersten Attribute der Balztracht auszubilden. Sollte dies nicht der Fall sein,
ist es günstiger, dem betreffenden Tier eine Pause zu gönnen und erst im darauf
folgenden Jahr einen neuerlichen Versuch einzuleiten. In der Regel wird man nur
das jeweils größte und stärkste Männchen einsetzen, da dieses sämtliche Weibchen
erfolgreich befruchten kann. Um Verluste unter der Männchen zu vermeiden,
sollten diese im Wasser niemals aufeinander treffen können. Bei Triturus
vittatus ophryticus scheint die Aggressivität im Vergleich zur Nominatform
noch stärker ausgeprägt zu sein oder es sind zumindest die Folgen der Kämpfe bei
diesen kräftigen Tieren dramatischer. Sehr häufig kommt es vor, dass das
dominante und balzende Männchen sich im Aquarium vollkommen erschöpft. Meist
nimmt es während dieser Phase kaum Nahrung auf. Die Folge davon ist ein Siechtum
nach der Balz, das in der Regel mit dem Tod des Tieres endet. Auch im
natürlichen Habitat kann man um die Fortpflanzungsgewässer häufig
tote und sterbende Männchen
finden. Es ist daher unbedingt anzuraten, niemals alle Männchen einer
Fortpflanzungsgruppe gleichzeitig in verschiedenen Becken zur Vermehrung
schreiten zu lassen, sondern einen wesentlichen Teil der Männchen an Land
weiterzupflegen und erst in den darauf folgenden Jahren einzusetzen. Die
Haltungstemperaturen sollten im Wasser nicht über 12° - 15°C liegen und im
Landterrarium 25°C nicht überschreiten. Auch für diese Unterart sind im Sommer
Dauertemperaturen unter 18°C nicht empfehlenswert. Die Tier würden dadurch nicht
genug Nahrung aufnehmen können und kümmern. Es müssen neben feuchten Stellen
auch Unterschlupfe geboten werden, die weitgehend trocken sind.
An Futter kann alles gereicht werden, was die Tiere an Lebendbeute bewältigen
können. Besonders beliebt scheinen die Raupen der Wachsmotte (Galleria
melonella) zu sein. Triturus vittatus dürfte von allen Triturus-Arten
am anfälligsten für rachitische Erkrankungen sein. Ein entsprechendes Bestäuben
der Futtertiere mit Mineralstoffen sollte daher niemals unterbleiben.
Fortpflanzung im Terrarium:
Auf Grund der aufwändigen Balztracht und des hohen Energieeinsatzes bei der
Paarung sollten nur bestens ernährte Männchen zur Vermehrung eingesetzt werden.
Das Risiko des Verlustes ist hoch. Auf Grund der hohen innerartlichen
Aggressivität kann nur jeweils ein Männchen in einem Becken im Wasser sein.
Mehrere Weibchen werden hingegen geduldet.
Nach der Winterruhe sollte Triturus vittatus ophryticus reichlich mit
hochwertigen Beutetieren versorgt werden. Bei steigenden Temperaturen im
Frühjahr werden die Tiere aktiver und wandern zunehmend im Becken herum. Es
sollte nun das stärkste Männchen ausgewählt werden. Dieses wird in ein Aquarium
mit einem Wasserstand von wenigen Zentimetern gesetzt, das zahlreiche
Versteckmöglichkeiten über und unter dem Wasserspiegel aufweist. Zuweilen
sofort, manchmal aber erst nach einigen Tagen wird sich das Männchen ins Wasser
begeben und dort verbleiben. Es baut nun den Kamm und sämtlich anderen Attribute
des Balzkleids auf. Obwohl viele Männchen nun die Nahrungsaufnahme einstellen,
sollte weiter versucht werden, Beute anzubieten. Wird diese angenommen, ist die
Gefahr der Entkräftung geringer. Während dieser Zeit wird in einem gesonderten
Becken den Weibchen Gelegenheit geboten, sich an das Wassermilieu anzupassen.
Ist das Männchen bereit und die Weibchen ständig im Wasser, so können diese zu
ihm gesetzt werden.
Die Balz entspricht ungefähr dem Schema der großen Triturus-Arten und
verläuft sehr heftig.
Einige Tage nach der erfolgten Befruchtung legen die Weibchen an Pflanzen und
diversen Gegenständen ihre reinweißen Eier ab.
Entwicklung im Terrarium:
Im
Durchschnitt schlüpfen die Larven nach zweieinhalb bis drei Wochen mit einer
Länge von 7,5- 10 mm. 4-5 Tage später beginnen sie zu fressen. Tümpelplankton
oder Artemia-Nauplien haben sich als Erstfutter bewährt. Die Larven
wachsen rasch und sind entsprechend intensiv zu versorgen. Dabei ist der
Erhaltung der Wasserqualität besonderes Augenmerk zu schenken. Die organische
Belastung sollte über eine leistungsfähige biologische Filterung und häufigen
Wasserwechsel so gering wie möglich gehalten werden. Die Temperatur ist bei etwa
18°C zu halten. Es ist kaum möglich, die Metamorphose durch niedrigere
Temperaturen sinnvoll zu verzögern, weil in diesem Fall die Larven nur noch
wenig Nahrung aufnehmen, kaum wachsen und in der Entwicklung behindert werden.
Dies trifft auch auf Tiere aus Tieflandpopulationen zu. Größere und vitale
Jungtiere lassen sich in erster Linie durch optimale und zeitlich lückenlose
Versorgung der Larven erzielen. Kurz vor der Metamorphose stellen die Larven die
Nahrungsaufnahme weitgehend ein, um sie erst einige Zeit nach dieser wieder
aufzunehmen. Da in dieser Phase häufig Totalverluste auftreten, ist ihr
besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Das Becken für die erste Aufzuchtszeit
sollte so klein gewählt werden, wie es für die
nötigen Manipulationen noch
sinnvoll erscheint. Für 50 Jungtiere ist ein Becken mit 6-7 l Inhalt passend.
Die gesamte Dachfläche sollte mit Drosophila dichter Gaze bespannt sein,
um eine gute Lüftung zu ermöglichen. Der Bodengrund sollte nur leicht feucht
sein. Niemals dürfen die Jungtiere direkten Kontakt mit nassen Bereichen haben.
Am günstigsten sind Unterschlupfe aus trockenen Rindenstücken, die lose auf das
leicht feuchte Substrat aufgelegt werden. Die Jungtiere rotten sich meist alle
an einer geeigneten Stelle zusammen und verharren dort. Sie laufen in der Regel
auch nicht davon, wenn ihr Unterstand kontrolliert wird. Das Auflegen der
Rindenstücke muss deshalb nach einer derartigen Nachschau besonders sorgfältig
erfolgen, um kein Jungtier einzuklemmen. Da sich die Jungen kaum aktiv auf die
Jagd begeben, müssen die Futtertiere so zahlreich eingebracht werden, dass diese
zumindest teilweise in das Versteck eindringen und dort gefressen werden können.
Hierfür eignen sich vor allem Microheimchen und Enchyträen aber auch
Drosophila. Störungen der Jungtiere sollten in dieser Phase so weit wie
möglich unterbleiben. Reinigungen sollten immer nur in Teilbereichen und niemals
radikal durchgeführt werden. Trotzdem muss auf optimale Hygiene geachtet
werden. Die Temperaturen sollten sich im Bereich von 20°-22°C bewegen. Erst,
wenn der Nachwuchs deutlich gewachsen ist und die Tiere bei Nachschau in den
ersten Nachtstunden auch außerhalb des Schlupfwinkels angetroffen werden können,
was meist etwa zwei Monate nach der Metamorphose eintritt, sollten sie in ein
größeres Becken gesetzt werden. Hierbei ist wieder sehr sorgfältig vorzugehen,
da auch jetzt noch hohe Verluste auftreten können. Das weitere Wachstum geht
langsam vor sich und die Tiere entwickeln sich sehr unterschiedlich. Erst nach
dem Ablauf des ersten Lebensjahres bei einer Gesamtlänge von 5-6 cm sind die
Jungtiere robuster und widerstandsfähig genug, um so wie die Adulten behandelt
zu werden. Der Mineralstoffbedarf der Jungen und Halbwüchsigen dürfte recht hoch
sein. Futtertiere sollten deshalb regelmäßig mit entsprechenden Präparaten
bestäubt werden.
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