Salamanderland 

Triturus vulgaris cf. graecus (Wolterstorff, 1905)

Töpfers Teichmolch, ausgesetzte Form
Töpfers Smooth Newt

Männchen

Weibchen

Diagnosis:
In den Hügeln südwestlich von Wien wurde vor wenigen Jahren eine auffällige Teichmolchform entdeckt. Bei näherer Untersuchung zeigte sich schnell, dass es sich um eine offenbar dort ausgesetzte Population Griechischer Teichmolche handelt. Sie ähnelt stark der Teichmolchform, die Wolterstorff 1905 als Triturus vulgaris graecus beschrieben hat: Das Männchen in Balztracht zeigt einen glattrandigen Kamm, der erst einige Millimeter hinter dem Nacken ansetzt und allmählich ansteigt. Der Schwanz zeigt einen deutlich abgesetzten Endfaden von 5-6 mm Länge. Die Zehen der Hinterbeine tragen dunkel pigmentierte und deutlich ausgebildete Schwimmhäute. Die dorsolateralen Leisten sind stark ausgebildet. Die dunklen Flecken an den Körperseiten sind groß und zahlreich, sodass bei einzelnen Tieren ein "Leopardenfellmuster" entsteht. Die blaue Farbe des Schwanzstreifens ist undeutlich. Ein orangeroter Nackenstrich ist vorhanden.
Ihren deutschen Namen verdankt die Form ihrem Entdecker, Herrn J. Töpfer, der die Autoren als erster auf ihr Vorhandensein hingewiesen hat.

Veröffentlichung

Verbreitung:
Zur Zeit ist diese Form nur von einer etwa 2,5 qkm großen Fläche südlich von Kaltenleutgeben an der Stadtgrenze von Wien/Österreich bekannt. Dort besiedelt sie 7 kleine und größere Gewässer eines aufgelassenen Steinbruchs. Sie lebt zusammen mit Triturus carnifex und Triturus alpestris alpestris. Im besiedelten Gebiet selbst wurde bisher nur diese Teichmolchform gefunden. Der autochtone Triturus vulgaris vulgaris konnte nicht nachgewiesen werden, obwohl er in sämtlichen umliegenden Gewässern in durchaus Individuen starken Populationen vorkommt. Es scheint, dass die ausgesetzte Form einen deutlichen Selektionsvorteil hat, auf welchem Gebiet dieser auch liegen mag. Jedenfalls wurden bislang auch keine hybriden Formen festgestellt, sodass angenommen werden muss, dass die fremde Form die autochtone verdrängt hat und möglicherweise Ausbreitungspotential besitzt. Künftig wird das weitere Geschehen monitorisiert werden, um eventuell nötige Gegenmaßnahmen einzuleiten. 
Einige Kreuzungsversuche T.v.graec X T.v.vulg. und T.v.vulg. X T.v.graec. wurden unternommen, blieben aber ergebnislos. Es kam entweder zu keinen Paarungen oder die Eier waren unbefruchtet. Andererseits waren die Versuche in ihrer Zahl zu gering, als dass sie mehr als einen Trend ergeben könnten.
Auch die Aussagen der genetischen Untersuchungen bleiben vorläufig eher unbestimmt. Es fehlt an griechischem Vergleichsmaterial.

Habitat/Ökologie:
Ob und inwiefern sich diese Form in ihren Habitatansprüchen von Triturus vulgaris vulgaris unterscheidet, konnte bis jetzt nicht geklärt werden. Es bleibt verwunderlich, dass eine vollkommen faunenfremde Form sich derart gut an die Bedingungen anpassen kann, dass die natürlich vorkommende total verdrängt wird.


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