Salamanderland
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Erstbeschreibung:
Linnaeus,
C. v. (1758): Systema
Naturae, Ed. X. Tomus I. 824pp. "Lacerta vulgaris".
Triton vulgaris graeca. Wolterstorff (1906): Zool. Anz., 29: 137.
Der Teichmolch hat in der Geschichte der Taxonomie bemerkenswert häufig seinen
Gattungsnamen gewechselt.
von Lacerta (Linnaeus,
1758)
4Triton (Laurenti,
1768)
4Gecko (Mayer,
1795)
4Salamandra (Schneider,
1799)
4Molge (Merrem,
1820)
4Lissotriton (Bell,
1839)
4Lophinus (Gray,
1850)
4Triturus (Dunn,
1918)
Manche dieser Namensänderungen wurden vom Publikum mitvollzogen, andere
praktisch nicht registriert oder bald vergessen.
2004 hat das Autorenteam García-París,
Montori & Herrero
den Namen Lissotriton (Bell,
1839) revalidiert, was letztlich von Dubois
& Raffaëlli (2009) übernommen
wurde und einen zurzeit anerkannten Kompromiss darstellt.
Dubois A. & J. Raffaëlli
(2009): A new ergotaxonomy of the family Salamandridae Goldfuss, 1820 (Amphibia,
Urodela). Alytes 26 (1-4): 1-85.)
Da die weitere Entwicklung in der Taxonomie nicht absehbar ist, halten wir es auf unserer Homepage so, wie es auch die großen naturhistorischen Sammlungen handhaben: In den Titeln wird ein neuer Name zwar erwähnt, darauf, sämtliche Texte vollständig umzuschreiben, wird aber verzichtet.
Diagnosis:
In den Hügeln südwestlich von Wien wurde vor wenigen Jahren eine auffällige
Teichmolchform entdeckt. Bei näherer Untersuchung zeigte sich schnell, dass es
sich um eine offenbar dort ausgesetzte Population Griechischer Teichmolche
handelt. Sie ähnelt stark der Teichmolchform, die Wolterstorff
1905 als Triturus vulgaris graecus beschrieben hat: Das Männchen in
Balztracht zeigt einen glattrandigen Kamm, der erst einige Millimeter hinter dem Nacken
ansetzt und allmählich ansteigt. Der Schwanz zeigt einen deutlich abgesetzten
Endfaden von 5-6 mm Länge. Die Zehen der Hinterbeine tragen dunkel pigmentierte
und deutlich ausgebildete Schwimmhäute. Die dorsolateralen Leisten sind stark
ausgebildet. Die dunklen Flecken an den Körperseiten sind groß und zahlreich, sodass
bei einzelnen Tieren ein "Leopardenfellmuster" entsteht. Die blaue Farbe des
Schwanzstreifens ist undeutlich. Ein orangeroter Nackenstrich ist vorhanden.
Ihren deutschen Namen verdankt die Form ihrem Entdecker, Herrn J. Töpfer,
der die Autoren als erster auf ihr Vorhandensein hingewiesen hat.
siehe auch Veröffentlichungen: 2005, 2007
Verbreitung:
Zur Zeit ist diese Form nur von einer etwa 2,5 qkm großen Fläche südlich von
Kaltenleutgeben an der Stadtgrenze von Wien/Österreich bekannt. Dort besiedelt sie 7 kleine und größere Gewässer eines
aufgelassenen Steinbruchs. Sie lebt zusammen mit Triturus carnifex und
Triturus alpestris alpestris. Im besiedelten Gebiet selbst wurde bisher nur
diese Teichmolchform gefunden. Der autochtone Triturus vulgaris vulgaris
konnte nicht nachgewiesen werden, obwohl er in sämtlichen umliegenden Gewässern
in durchaus Individuen starken Populationen vorkommt. Es scheint, dass die
ausgesetzte Form einen deutlichen Selektionsvorteil hat, auf welchem Gebiet
dieser auch liegen mag. Jedenfalls wurden bislang auch keine hybriden Formen
festgestellt, sodass angenommen werden muss, dass die fremde Form die autochtone
verdrängt hat und möglicherweise Ausbreitungspotential besitzt. Künftig wird das
weitere Geschehen monitorisiert werden, um eventuell nötige Gegenmaßnahmen
einzuleiten.
Einige Kreuzungsversuche T.v.graec X T.v.vulg. und T.v.vulg.
X T.v.graec. wurden unternommen, blieben aber ergebnislos. Es kam
entweder zu keinen Paarungen oder die Eier waren unbefruchtet. Andererseits
waren die Versuche in ihrer Zahl zu gering, als dass sie mehr als einen Trend
ergeben könnten.
Auch die Aussagen der genetischen Untersuchungen bleiben vorläufig eher
unbestimmt. Es fehlt an griechischem Vergleichsmaterial.
Habitat/Ökologie:
Ob und inwiefern sich diese Form in ihren Habitatansprüchen von Triturus
vulgaris vulgaris unterscheidet, konnte bis jetzt nicht geklärt werden. Es
bleibt verwunderlich, dass eine vollkommen faunenfremde Form sich derart gut an
die Bedingungen anpassen kann, dass die natürlich vorkommende total verdrängt
wird.
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