Salamanderland
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| Männchen | Weibchen | kardinalrote Morphe |
Erstbeschreibung:
Fang & Chang
(1932): Sinensia, Nanking, 2: 112.
Diagnosis:
Großer, massiger Molch von etwa 12-14 cm Gesamtlänge. Die Tiere haben einen
deutlich vom Rumpf abgesetzten, flachen, dreieckigen Kopf mit großen Augen. Auf
dunkelbraunem bis schwarzem Grund tragen die Tiere orangerote Marken
unterschiedlicher Ausdehnung. Charakteristisch für die Art sind die drei breiten
orangeroten Bänder auf dem Rücken. Neben den häufig auftretenden orangeroten
Tieren scheint es eine Morphe zu geben, die eine kardinalrote Färbung aufweist.
Die Haut ist mit zahlreichen großen und kleinen Warzen besetzt.
Differentialdiagnosis:
zu Tylototriton shanjing: Dieser weist anstatt der Bänderung auf dem
Rücken immer zwei seitliche Fleckenreihen auf.
zu
Tylototriton verrucosus: Dieser ist in der Färbung wesentlich
düsterer. Die Markierungen sind meist hell- oder dunkelbraun. Es treten aber
immer wieder Individuen auf, die sich morphologisch nur schwer von T.
shanjing unterscheiden lassen.
zu
Tylototriton taliangensis: Dieser weist auf schwarzem Grund niemals
eine Rückenzeichnung, sehr wohl aber eine rote Markierung der Parotiden auf.
zu
Tylototriton wenxianensis: Dieser ähnelt
Tyl. taliangensis allerdings ohne dessen roter Parotidenmarkierung.
Status
der Unterarten:
Es sind bislang keine Unterarten beschrieben wurden.
Verbreitung:
Terra
typica: Kung-chi-shan, Dah-ting-hsien,
Dading County, Western Kweichow, Guizhou Province, China.
Habitat:
Über den
Lebensraum ist wenig bekannt geworden. Die Tiere leben in Höhen um 2000 m in und
an verschiedenen Stillgewässern. Sie scheinen feuchte bis sehr feuchte
Kleinlebensräume zu bevorzugen.
Nahrung:
Über die Ernährung im natürlichen Lebensraum ist nichts bekannt. Im Terrarium
erweisen sich die Tiere als gierige Fresser, die praktisch alles annehmen, was
sie erbeuten können. Bevorzugt werden größere Objekte. Beute, die kleiner als
4-5 mm ist, wird von den Adulti offenbar nicht mehr als solche erkannt.
Fortpflanzung:
Über die Fortpflanzung im natürlichen Lebensraum ist nichts bekannt.
Haltung
im Terrarium:
Auf Grund fehlender Freilanddaten ist die Einrichtung des Behälters schwierig
und das Einfühlungsvermögen des Halters gefragt. Ein über Jahre gelaufenes
Monitoring einer Gruppe von 5 Tieren im Terrarium ergab einen auffällig geringen
Aktionsradius der Tiere. Sie scheinen sich, so lange es ausreichend Futter gibt,
kaum aus ihren Schlupfwinkeln zu begeben. Allein zur Fortpflanzungszeit werden
die Molche aktiver. Für eine ausreichende Anzahl von Verstecken ist daher zu
sorgen. Die Tiere bevorzugen meist die feuchteren Stellen im Becken und wechseln
häufig vom Wasser aufs Land und zurück. Sie sollten daher im Aquaterrarium
gepflegt werden.
Als Futter eignen sich vor allem kräftigere Brocken wie: Tauwürmer, Regenwürmer,
Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen. Futterpräparate, totes Futter
oder gefrorene Organismen werden im allgemeinen nicht akzeptiert.
Fortpflanzung im Terrarium:
Voraussetzung für die Fortpflanzung scheint eine kühle Überwinterung zu sein.
Auf Grund der Höhenlage des natürlichen Habitats ist eine Hibernation obligat.
Wenn die Tiere im März/April wieder in ihre Becken gesetzt werden, nehmen sie
zunächst große Mengen an Futter auf. Günstig scheint es, die Tiere in den darauf
folgenden Wochen relativ warm (20- 24°C) und feucht zu halten. Eine Beregnung
wird von den Molchen mit besonders gesteigerter Aktivität beantwortet. Die
Paarung erfolgt in der Regel im Wasser. Die Eier werden anschließend allerdings
bemerkenswert wahllos auf verschiedenste Gegenstände unterhalb des
Wasserspiegels aber auch an allen übrigen Plätzen an Land verteilt.
Möglicherweise setzen die Tiere im Habitat die Eier knapp oberhalb des
Gewässerrandes ab und diese werden bei länger andauernden Regen überspült.
Fleck (1991) berichtet, dass er
die Tiere in Aquaterrarien mit einem Wasserstand von 3-5 cm hielt, die
Temperaturen betrugen 16-19°C. Verfüttert wurden nur Laub- und Tauwürmer. Ab
Anfang April hielten sich zunächst die Männchen, später auch die Weibchen im
Wasser auf. Paarungen konnten beobachtet werden. Dies zog sich bis Anfang Juni.
Die Anzahl der abgelegten Eier betrug 100 -160/Weibchen. Bis zum Schlupf der
Larven vergingen 3 Wochen, bis zu deren Metamorphose weitere 8. Die Aufzucht bei
18°C war problemlos.
Entwicklung im Terrarium:
Zwar hat es im
Salamanderland immer wieder Paarungen und
Eiablagen gegeben, die Eier waren bislang allerdings stets unbefruchtet.
Ähnliches berichtet eine ganze Anzahl von Pflegern. Der Grund hierfür ist
unbekannt, die Nachzuchten deshalb recht selten.
Literatur:
Fleck, J (1991): Nachzucht von
Tylototriton kweichowensis. Urodela Info 1, Korschenbroich: 5.
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