Salamanderland
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| Männchen | Paarung | Entwicklung |
Erstbeschreibung:
Nussbaum,
R. A., E. D. Brodie, Jr., & Yang
Datong (1995): A Taxonomic Review
of Tylototriton verrucosus Anderson (Amphibia: Caudata: Salamandridae).
Herpetologica 51(3): 257-268.
Mayer meint dazu in einer schriftlichen Mitteilung: „Wenn die Geschichte mit den unterschiedlichen Paarungsverhalten stimmt, bin ich mir recht sicher, dass es tatsächlich 2 Arten sind, die eine davon wahrscheinlich verrucosus. Man müsste von beiden Formen Proben haben, dann könnte man sich das anschauen. Klingt sehr interessant! Aber ohne eine solche Untersuchung scheint mir ein Nachzuchtprogramm als eine reine Spielerei, da es sicher wenig Sinn macht, eine Farbform von verrucosus in ein Erhaltungszuchtprogramm aufzunehmen.....“
Status der Unterarten:
Es sind bislang keine Unterarten beschrieben
worden.
Im internationalen Handel auftauchende Individuen weichen teilweise in der
Morphologie erkennbar von den typischen Tieren ab. Ohne brauchbare
Herkunftsangaben ist allerdings eine Differenzierung unmöglich.
Hier muss auch ein kürzlich veröffentlichter
Bestimmungsschlüssel (Ziegler et
al., 2008), passen.
Die Art selbst galt bis zu ihrer
Beschreibung als Färbungsvariante von Tyl. verrucosus.
Verbreitung:
Terra typica: Dingpa, Jingdong County, Yunnan Province, China.
Die Art ist auf disjunkte Habitate in Yunnan beschränkt. Sie besiedelt Gebiete
an den Flüssen Nujiang, Mekong und Yuanjiang in folgenden 5 Präfekturen: Lijiang,
Dali, Dehong, Kunming und Xishuangbanna.
Tyl. shanjing ist somit auf die nördlichen, westlichen und südwestlichen
Anteile der Provinz Yunnan beschränkt, während an der Westgrenze zu Myanmar das
riesige Vorkommensgebiet von Tyl. verrucosus beginnt, das bis Nordindien
und Nepal reicht. Es sind keine sympatrischen Vorkommen der beiden Arten
bekannt.
Habitat:
Über den natürlichen Lebensraum ist verhältnismäßig wenig bekannt. Die Tiere
leben in subtropischen, regenreichen Waldgebieten der gebirgigen Höhenlagen
zwischen 1000 und 2500 m vor allem an langsam fließenden Bächen aber auch in und
an Stillgewässern, wie etwa Reisfelder und deren Bewässerungskanälen. Sie
scheinen sehr feuchte und für die örtlichen Verhältnisse kühle Kleinlebensräume
zu bevorzugen. Der klimatische Jahresverlauf im Gebiet ist deutlich biphasisch:
Eine relative Trockenzeit in den Wintermonaten und die Monsunzeit, die etwa von
Mitte Mai bis in den Oktober dauert. Die Temperaturen sind während des Monsuns
am höchsten, variieren allerdings stark in verschiedenen Landesteilen. Die von
den meteorologischen Stationen gemessenen Werte lassen keine unmittelbaren
Schlüsse auf die Temperaturen in den Mikroklimaten zu. Diese dürften in der
warmen Jahreszeit zwischen 20° und 27°C liegen. In den kühlen Phasen aber auf
Tiefstwerte bis 10°C zurückgehen.
Nahrung:
Über die Ernährung im natürlichen Lebensraum ist nichts bekannt. Im Terrarium
erweisen sich die Tiere als gierige Fresser. Bevorzugt werden mittlere und
größere Objekte. Beute, die kleiner als 4-5 mm ist, wird von den Adulti offenbar
nicht mehr als solche erkannt. Es werden alle in der Schwanzlurchhaltung
gängigen Futterorganismen passender Größe angenommen.
Fortpflanzung:
Über die Fortpflanzung im natürlichen Lebensraum ist nur wenig bekannt. Die
Fortpflanzungsperiode deckt sich teilweise mit der Monsunzeit und reicht von Mai
bis August. Die Tiere laichen in kleineren und größeren stehenden Gewässern und
setzen ihre Eier einzeln oder in Gruppen an Steinen und Pflanzen ab. Außerhalb
der Fortpflanzungszeit leben die Tiere terrestrisch.
Haltung im Terrarium:
Auf Grund der nur spärlichen
Freilanddaten ist die Einrichtung des Behälters schwierig und das
Einfühlungsvermögen des Halters gefragt. Die günstigste
Unterbringungsmöglichkeit ist das Aquaterrarium. Im Gegensatz zu
Tyl. taliangensis und
Tyl. kweichowensis lebt die Art auf tiefer
liegendem Terrain und bevorzugt daher etwas höhere Temperaturen im Bereich von
20° - 27°C. Die Tiere suchen meist die feuchteren Stellen im Becken und halten
sich hauptsächlich an Land auf. Sie können daher außerhalb der
Fortpflanzungszeit auch im Terrarium gepflegt werden. Zwar ursprünglich
dämmerungs- und nachtaktiv, gewöhnen sich die Tiere an ihre künstliche Umgebung
und sind im Becken bei geeigneter Luftfeuchtigkeit auch häufig tagsüber
außerhalb der Verstecke zu beobachten.
Als Futter eignen sich vor allem kräftigere Brocken wie: Tauwürmer, Regenwürmer,
Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen. Futterpräparate, totes Futter
oder gefrorene Organismen werden kaum akzeptiert und entsprechen nicht dem
Beuteschema.
Das verwendete Wasser sollte einen geringen Kalkgehalt und einen neutralen bis
schwach sauren pH-Wert aufweisen. Von großer Bedeutung sind ein hoher
Hygienestandart und möglichst keimarme Wasserverhältnisse. Tiere außerhalb des
Schaubereichs werden daher am günstigsten auf Schaumstoff mit entsprechenden
Versteckmöglichkeiten gehalten und im Filterkreislauf sollte eine UVC-Lampe
integriert sein.
Stress, gleich welcher Ursache wird nur schlecht toleriert. Sowohl inadäquate
Haltungsumstände, wie ungeeignetes Futter, mangelnde Versteckmöglichkeiten und
Milieuwechsel (Transport!) etc. können rasch dramatische Verluste, insbesondere
bei Jungtieren verursachen.
Fortpflanzung im Terrarium:
Die Tiere paaren sich im April/Mai nach einer entsprechenden kühleren,
trockeneren Winterzeit. Die Temperatur muss nicht tiefer als auf 15°C abgesenkt
werden. Es ist aber auch möglich, die Art im gleichen Temperaturregime wie
Triturus zu überwintern. Für die Einleitung der Paarung ist hohe
Luftfeuchtigkeit (95%) und erhöhte Temperatur über 20°C (Monsun!) offenbar
Voraussetzung. Derartige Verhältnisse herrschen in Mitteleuropa zuweilen in den
Sommermonaten ebenfalls, sodass es bei Freilandhaltung durchaus zur Vermehrung
kommt. Der Einfluss der Photoperiode auf die Fortpflanzungsstimmung wird häufig
diskutiert, scheint aber eine nur unbedeutende Rolle zu spielen.
Ein großes Problem bei der Zusammenführung geeigneter Fortpflanzungspartner ist
die in der Regel unbekannte Herkunft der Individuen. Es dürfte schwierig sein,
etwa Tiere aus den subtropischen tieferen Regionen mit solchen aus den Bergen zu
synchronisieren. Möglicherweise ist dieser Umstand Grund für die doch bislang
seltenen Nachzuchterfolge.
Die Paarung erfolgt im typischen "Kreiseltanz" an Land wobei das Männchen
mehrere Spermatophoren absetzt.
Es kommt bei der Paarung zu keinem
Amplexus. Dies steht in deutlichem Unterschied zu Tyl. verrucosus und
spricht für die Eigenständigkeit der Art. Wenige Tage danach beginnt das
Weibchen seine großen Eier (bis 300 Stück) abzulegen. Und zwar recht wahllos
sowohl im Wasser, als auch auf feuchte Stellen oberhalb des Wasserspiegels.
Einziges Kriterium scheint eine gewisse Festigkeit und Feuchtigkeit des
Substrats zu sein. Schwachblättrige Pflanzen oder stark nachgebende Strukturen
werden eher gemieden. Leider wird häufig eine nur bescheidene Befruchtungsrate
der Eier beobachtet. Die Ursache hierfür ist unbekannt.
Die Eigröße beträgt 6-7 mm mit einem Dotterdurchmesser von ca. 2 mm.
Bei Temperaturen zwischen 20° und 24°C schlüpfen die Larven nach 3-4 Wochen mit
einer Größe von 13 bis 15 mm.
Die Larvenaufzucht bereitet bei relativ hohen Temperaturen um 23°C grundsätzlich
wenig Probleme, allerdings wachsen die Larven mit unterschiedlicher
Geschwindigkeit und müssen gegebenenfalls nach Größen sortiert werden. Bei
genügend Versteckplätzen in den Aufzuchtbecken (bewährt haben sich
zusammengebundene Stränge aus synthetischer Wolle) ist eine Einzelhaltung der
Larven nicht nötig, da diese einen zusätzlichen Stressfaktor bilden kann. (Die
Tiere versuchen zu entkommen und springen aus dem Becken!)
Die geschlüpften Larven werden nach dem Aufzehren des Dottersacks zunächst mit
Artemianauplien gefüttert. Eine mindestens zweimalige Fütterung am Tag ist
angezeigt. Ab einer Größe von ca. 20 mm erfolgt allmählich die Umstellung auf
größere Futterorganismen, wie Tubifex, Daphnien, Rote Mückenlarven etc. Hierbei
ist stets auf ein Höchstmaß an Hygiene zu achten. Vergammelnde Futterreste
führen zu Infektionen an Beinen und Kiemen und sind rasch tödlich. Eine
Filterung und die Keimreduktion des Wassers mittels UVC sind empfehlenswert. Die
Metamorphose setzt ab dem 4. Monat ein, zieht sich aber über einen recht langen
Zeitraum. Bis sich sämtliche Nachzügler umgewandelt haben, können noch einmal 4
Monate vergehen.
Entwicklung im Terrarium:
Die weitere Aufzucht der Jungtiere erfordert ein hohes Maß an Hygiene und die
kontinuierliche Versorgung mit unterschiedlichen Futtertieren hoher Qualität.
(Heimchen geeigneter Größe, Drosophila, Blattläuse, Ofenfischchen, Enchyträen
etc.) Auf Milieuveränderungen reagieren die Jungtiere sehr empfindlich. Aus
diesem Grund sollten die Reinigungsarbeiten behutsam und nicht radikal erfolgen
und auch ein eventuell nötiger Transport sorgsam und rasch durchgeführt werden.
Wenn die Jungtiere etwa ein Jahr alt geworden sind, werden sie deutlich stabiler
und das weitere Heranwachsen erfolgt problemloser. Dies dürfte mit einer nun
ausreichend hohen Produktion von Hautgiften begründet sein, welche die Tiere
erkennbar stabiler gegen Infektionen werden lässt. Bei Jungtieren unter einem
Jahr ist die Bildung dieser Hautgifte offenbar noch unzureichend. Im Alter von
4-5 Jahren werden die Molche geschlechtsreif.
Conservation Status:
IUCN (Red List) Status: Near
Threatened (NT)
CITES:
No CITES Listing
Other International Status: None
National Status: No special protection
Regional Status: The range
of this species overlaps with a number of protected areas in the region
Aussagen über die Gefährdung der Art sind beim gegenwärtigen Stand des Wissens rein spekulativ, da Daten hierzu weitgehend fehlen, ja selbst die Artzugehörigkeit aufgefundener Tiere nicht mit hinlänglicher Sicherheit angegeben werden kann. Wahrscheinlich aber leidet auch Tyl. shanjing unter Habitatsverlust und als handelsrelevante Art unter starken Entnahmen aus den Habitaten. Allerdings berichtet schon Rehberg (1986) von regelmäßigen Importen, die seither unvermindert erfolgen. Bei der hohen Reproduktionsrate der Art dürften folglich Entnahmen erst dann zu einer relevanten Gefährdung führen, wenn sie in Kombination mit Habitatsverlust stattfinden.
Literatur:
Frost,
D. R. (2008): Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 5.2
(15 July, 2008). Electronic Database accessible at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.php.
American Museum of Natural History, New York, USA.
Mahoney,
M. & V. Vredenburg (2008):
Tylototriton shanjing in:
AmphibiaWeb:
Information on amphibian biology and conservation. [web application].
2008. Berkeley, California: AmphibiaWeb. Available:
http://amphibiaweb.org/.
(Accessed: Dec 22, 2008).
Mudrack, W. (1969): Tylototriton verrucosus Anderson, 1871, ein seltener Molch aus Asien. Aqua Terra., 6, 134-136.
Mudrack, W. (1971): Tylototriton verrucosus Anderson, 1871, seine Pflege und Zucht. Aquarien- u. Terrarien Z. 24 (11), 388-390.
Mudrack, W. (1972): Ein seltener Krokodilmolch – Tylototriton verrucosus. Vom Ei zum Jungtier. Aquarien Mag., 6 (10), 406-409.
Mudrack, W. (2005). Nachzucht von Krokodilmolchen, Tylototriton shanjing. Amphibia, 4(1), 23–25.
Nussbaum, R. A., E. D. Brodie Jr., & Y. Datong (1995): A taxonomic review of Tylototriton verrucosus Anderson (Amphibia: Caudata: Salamandridae) Herpetologica, 51(3), 257-268.
Rehberg, F. (1986): Haltung und Zucht des Krokodilmolches, Tylototriton verrucosus. Herpetofauna, 8 (45): 11-17.
Zhang, M., D. Rao, G. Yu & J. Yang (2007): The validity of Red Knobby Newt (Tylototriton shanjing) species status based on mitochondrial Cyt b gene. Zoological Research, 28(4), 430-436.
Zhao, E. (1998): China Red Data Book of Endangered Animals: Amphibia and Reptilia. Science Press: Endangered Species Scientific Commission, P.R.C., Beijing.
Ziegler, T., T. Hartmann, K. Van der Straeten, D. Karbe & W. Böhme (2008): Captive breeding and larval morphology of Tylototriton shanjing Nussbaum, Brodie and Yang, 1995, with an updated key of the genus Tylototriton (Amphibia: Salamandridae). Der Zoologische Garten, 77, 246-260.
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