Salamanderland 

Tylototriton taliangensis (Liu, 1950)

Rotschwarzer Krokodilmolch
Black Crocodile Newt

Männchen

Jungtier

   

Larve vor Metamorphose

Erstbeschreibung:
Liu (1950): Fieldiana, Zool. Mem., 2: 106.

Diagnosis:
Großer, massiger Molch von bis 22 cm Gesamtlänge. Die Tiere haben einen deutlich vom Rumpf abgesetzten, flachen, dreieckigen Kopf mit großen Augen. Auf vollständig schwarzem Grund tragen die Tiere rote Marken an den Parotiden und an den Finger- und Zehenspitzen. Die Unterseite des Schwanzes ist ebenfalls rot. Die Haut ist mit zahlreichen großen und kleinen Warzen besetzt.

Differentialdiagnosis:
zu den Arten des Genus Tylototriton: T.taliangenis weist keinerlei Rückenzeichnung auf rein schwarzem Grund auf. Es fehlen ihm die seitlichen Drüsenleisten auf dem Rücken.
Der verhältnimäßig ähnliche Tyl. wenxianensis zeigt keinerlei Markierung an den Parotiden.

Status der Unterarten:
Es sind bislang keine Unterarten beschrieben wurden.

Verbreitung:
Terra typica:
Pusakang, Fulinhsien, Sichuan, China.

Habitat:
Über den Lebensraum ist wenig bekannt geworden. Die Tiere leben in Höhen zwischen 2500 und 3000 m in und an verschiedenen Stillgewässern. Sie scheinen feuchte, kühle Kleinlebensräume zu bevorzugen. Erste Freilanddaten liefert Kühnel (1993): Er berichtet von einem Fundort in Süd-Sichuan, 35 km östlich von Xichang auf einer Ebene in 3050 m Höhe. Dort lebt die Art in zwei Tümpeln von 700 bis 800 qm Größe. Die Tiefe betrug etwa 50 cm und die Tiere liefen offen auf dem Grund herum. Ende Juni betrug die Wassertemperatur 15°C, die Lufttemperatur 12°C. Es wurden auch große (60 mm) Larven gefunden, die auf eine Überwinterung in diesem Stadium schließen lassen. Die Größe der Tiere betrug für die Männchen 142,4 mm bis 164,0 mm, für die Weibchen 155,8 mm bis 165,1 mm. Die Molche erwiesen sich als sehr transportempfindlich und überlebten die ersten beiden Monate nicht.

Nahrung:
Über die Ernährung im natürlichen Lebensraum ist nichts bekannt. Im Terrarium erweisen sich die Tiere als weniger gierige Fresser als die nächst verwandten Arten. Bevorzugt werden mittlere und größere Objekte. Beute, die kleiner als 4-5 mm ist, wird von den Adulti offenbar nicht mehr als solche erkannt.

Fortpflanzung:
Über die Fortpflanzung im natürlichen Lebensraum ist nichts bekannt.

Haltung im Terrarium:
Auf Grund fehlender Freilanddaten ist die Einrichtung des Behälters schwierig und das Einfühlungsvermögen des Halters gefragt. Auf Grund der Höhe des Vorkommensgebietes sind die Tiere, außer im Sommer, kühl unterzubringen. Sie bevorzugen meist die feuchteren Stellen im Becken und halten sich hauptsächlich an Land auf. Sie können daher außerhalb der Fortpflanzungszeit im Terrarium gepflegt werden. 
Als Futter eignen sich vor allem kräftigere Brocken wie Tauwürmer, Regenwürmer, Wachsraupen, Fliegenmaden, Mehlwürmer, Heimchen. Futterpräparate, totes Futter oder gefrorene Organismen werden nicht akzeptiert.

Fortpflanzung im Terrarium:
Es liegen keine eigenen Erfahrungen aus dem Salamanderland vor.
Aus einem Bericht von Fleck (1997) geht hervor, dass er seine Tiere im Juni 1995 erhielt. Beim Transport traten Temperaturen von 25° - 30°C auf, was aber keine Probleme verursachte. Die Haltung erfolgte in Aquaterrarien mit einem Wasserstand von 5 cm. Der Landteil bestand aus Porphyrplatten mit darauf geschichteten Korkrindenstücken. Die Becken standen zunächst in einem Keller bei 15°- 20°C. Gefüttert wurde mit Laub- und Tauwürmern. Ende April 1996 wurden die Behälter ins Freie gebracht und der Wasserstand auf 10 cm erhöht. Die erste Paarung erfolgte vom 18.-19. Mai bei weniger als 10° Nachttemperatur und Tageswerten zwischen 10° und 15°C. Die Eiablage begann in der Nacht vom 7. auf 8. Juni bei einer Wassertemperatur von nachts 24°C und tagsüber 27°C. Innerhalb eines Tages setzte ein Weibchen ca. 200 Eier ab. 4 Wochen später setzte dasselbe Tier nochmals 20 Eier ab, die allerdings zu 90% unbefruchtet waren. Die Larvenaufzucht bereitete keine Probleme.

Entwicklung im Terrarium:
Im Salamanderland leben zur Zeit ausschließlich männliche Tiere. (Aus Larven der Nachzucht Fleck.) Eine Vermehrung wird erst dann versucht werden können, wenn wir eines der offenbar recht seltenen Weibchen erhalten.

Molchregister:
Tylototriton taliangensis wird vom Molchregister der AG-Urodela der DGHT monitorisiert. Pate der Art ist Dr. Jürgen Fleck (Deutschland), der auch unsere Eltertiere im Salamanderland ursprünglich nachgezogen und zur Verfügung gestellt hat.

Literatur:

Kühnel, K. D. (1993): Tylototriton taliangensis - Freilandbeobachtungen und erste Haltungserfahrungen. Urodela Info 5, Korschenbroich: 3-4.

Fleck, J. (1997): Nachzucht von Tylototriton taliangensis. Urodela Info 10, Bochum: 4-5.


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