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Bericht über den
1. MOLCHLERTAG
29. März 2003
Zum ersten Mal versammelten sich Molchbegeisterte aus ganz Österreich in der Nähe von Wien (Kaltenleutgeben), um einander kennen zu lernen.
Damit hatte allerdings kaum jemand gerechnet: Letztlich drängten sich 22 (!) Interessierte im Haus von Günter Schultschik.
Weil ja Molchler generell die Beschäftigung mit dem lebenden Tier der rein abstrakten Herpetologie vorziehen, wurden zunächst einmal die Bestände des Gastgebers intensiv begutachtet.
Selbstverständlich wurden hierbei auch Tiere zur Demonstration aus ihren Behältern genommen. Ein Grossteil der gepflegten Arten befand sich ohnehin zur Fortpflanzung im Wasser und konnte so gut beobachtet werden.
Ziemlich eng wurde es, als Karl Neubauer zu seinem Videovortrag ins Wohnzimmer bat. Trotzdem fanden alle- meist auf dem Fußboden- Platz. Die Videos über das Fortpflanzungsverhalten von Neurergus strauchii und Tylototriton shanjing waren noch nie vorher gezeigt worden. Sie waren einfach sensationell!
Christian Proy entführte uns anschließend mit Hilfe von Dias in seinen riesigen Garten, den er nebst seiner Familie vor allem mit eine Fülle von Amphibien und Reptilien teilt. Sehr viel Knowhow kam da rüber. Wohlverpackt in einem heiteren und höchst professionellen Vortrag.
Schönes Wetter hat es erlaubt, dass sich die Schar der Molchler dann im Haus, im Garten und auf dem Balkon verteilen konnte, um sich bei diversen Getränken, Würstel und Kuchen intensiv der Fachsimpelei zu widmen.
Ein weiterer Höhepunkt des Treffens war die Exkursion in den Nationalpark Donauauen. Wie es sich für Molchler gehör, zogen wir erst in der abendlichen Dämmerung los, um nach wandernden Donaukammmolchen (Triturus dobrogicus) zu suchen. Leider war der Wasserstand der Donau noch derart niedrig, dass mit Kammmolchen nicht zu rechnen war.
Aber wir wurden entschädigt durch die Massenwanderung von Springfröschen (Rana dalmatina) im einsetzenden leichten Regen. Erdkröten (Bufo bufo) und auch eine Reihe von Teichmolchen Triturus vulgaris vulgaris) konnten wir beobachten und fotografieren. Bei den Teichmolchen fiel einmal mehr ihre auffällig geringe Körpergröße auf, die ja charakteristisch für die Tiere der Au ist. Möglicherweise unterscheiden sich diese Populationen auch genetisch von den Vorkommen im Wienerwald der ja in dieser Hinsicht einige Überraschungen bereit hält.
Zwar mit reichlich Schlamm bedeckt, aber durchaus zufrieden ging die Schar gegen 20:30 schließlich wieder auseinander. Mit dem allgemeinen Versprechen, sich zum nächsten Molchlertag vollzählig wieder zu treffen!
(Erschienen in: ÖGH-Aktuell, Nummer 12/Nov. 2003)